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Chemotherapie

Krebs: ist die sanfte Chemotherapie gründlicher und besser?

Ziel der konventionellen Krebs-Therapie ist es, den Tumor bis auf die letzte Zelle vollständig zu beseitigen. Doch genau das kann die Chemotherapie oft gar nicht erreichen, verlängert aber die Lebenszeit der Patienten. Und umso härter der Kampf gegen die bösartigen Zellen geführt wird, desto mehr Zeit bleibt den Patienten noch. Nach diesem Motto handeln die meisten Krebs-Ärzte. Einige US-amerikanische Wissenschaftler sind anderer Ansicht. Wirkungsvoller sei es, das Tumor-Wachstum lediglich zum Stillstand zu bringen. Das sind die Schlussfolgerungen aus einem Tier-Experiment, das Dr. Pedro M. Enriquez-Navas mit seinem Team am Research Institute Tampa und dem Moffitt Cancer Center durchführte.

Die Forscher infizierten Mäuse mit menschlichem Brustkrebs und behandelten sie anschließend mit dem Chemotherapeutikum „Paclitaxel“. Dabei teilten sie die Versuchstiere in 3 Gruppen mit unterschiedlichen Therapie-Plänen. Eine Gruppe bekam das Medikament in der maximalen Dosierung. Bei der zweiten Gruppe wurde die Dosis stetig verringert und der aktuellen Tumor-Größe angepasst. Diese Anpassung geschah in der dritten Gruppe durch verlängerte Abstände zwischen den einzelnen Chemotherapien. Die Intervalle wurden vergrößert, wenn das Tumor-Wachstum anhielt.

Die Mäuse, die die Höchst-Dosis erhalten hatten, schnitten am schlechtesten ab. Bei ihnen flammte das Tumor-Wachstum nach der Therapie wieder verstärkt auf. Am besten erging es den Mäusen mit der kontinuierlich reduzierten Dosis. Hier konnte das Krebswachstum vollständig angehalten werden ( https://www.researchgate.net/publication/295891982_Exploiting_evolutionary_principles_to_prolong_tumor_control_in_preclinical_models_of_breast_cancer).

Die Forscher erklären sich das damit, dass durch sehr hohe Dosen von Paclitaxel resistente Krebszellen entstehen, die sich noch im Verlauf der Behandlung rasant vermehren. Zudem schädigt jede Chemotherapie auch das Immun-System, das ebenfalls gegen entartete Zellen kämpft. Ähnlich ist das dem Effekt der Resistenz-Bildung bei der Antibiotika-Behandlung. Hier greifen die Gesetze der Evolution, wenn die gegen Medikamente unempfindlichen Zellen selektiv bevorzugt sind und überleben. So entstehen im Wechselspiel von Selektion und Mutation neue Formen, die sich durchsetzen.

Die Forscher glauben nun, dass es wichtig sei, auch den nicht-resistenten Krebszellen eine Chance zu lassen. Denn sie sorgen dafür, dass der Tumor sich nicht vergrößert, wodurch die Lebenserwartung der Patienten steigt.           

 

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