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Therapie, Alternativmedizin

Cimetidin – Wundermittel gegen Darmkrebs?

Cimetidin ist ein recht altbekanntes Magen-Darm-Mittel. Was daran neu ist: Es zeigt eine erfreulich effektive Wirkung gegen Krebs. Durch die zusätzliche Gabe von Cimetidin kann die Effizienz von Chemotherapien signifikant gesteigert werden.

 

Die damit einhergehende Unterstützung des körpereigenen Immunsystems verlängert die Lebenserwartung der Patienten deutlich. Dies hängt auch damit zusammen, dass Cimetidin der Metastasenbildung im Magen-Darm-Trakt entgegenwirkt. Leider haben diese Vorzüge noch nicht alle Ärzte erkannt.

Was ist Cimetidin?

Cimetidin war eigentlich der erste H2-Rezeptor-Antagonist, der bei der Therapie von Sodbrennen oder Magen-Darm-Geschwüren zur Anwendung kam. Es gehört zu seinen Eigenschaften, die schädliche Wirkung des Gewebshormons Histamin zu drosseln.

Dies gelingt durch eine Blockade einer bestimmten Bindungsstelle, des sogenannten H2-Rezeptors, an den Belegzellen der Magenschleimhaut.

Beim Histamin handelt es sich um einen durchaus wichtigen Botenstoff, der sowohl die Bildung als auch die Freisetzung von Magensäure aus den Belegzellen steuert. Durch das Blockieren der Histamin-Rezeptoren wird das Hormon am Andocken gehindert mit der Folge, dass die Ausschüttung von Magensäure deutlich reduziert wird. Aus diesem Grunde eignet sich Cimetidin sehr gut zur Behandlung von:

  • Sodbrennen
  • Magenschleimhautentzündung
  • Magengeschwür
  • Entzündung oder Geschwür in der Speiseröhre
  • Beschwerden des Zwölffingerdarms

Cimetidin wurde bereits in den 1960er Jahren entwickelt. Im Jahre 1976 kam es unter dem Namen Tagamet® auf den Markt und eroberte damals im Nu den Status eines „Blockbusters“ der Pharma-Industrie.

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Ein altes Medikament zeitigt unerwartetes Potenzial

  1. Verbesserung der Wirkung von Chemotherapien
    In mehreren Studien zeigte Cimetidin erstaunlich positive Ergebnisse bei Krebspatienten. Bei Patienten mit einer Krebserkrankung des Magen-Darm-Trakts liegen besonders viele Untersuchungsergebnisse vor. Schon im Jahre 1988 wurde beobachtet, dass Patienten, die von einem Magenkarzinom betroffen waren und unter anderem mit Cimetidin behandelt worden waren, deutlich besser auf die Chemotherapie ansprachen als andere Patienten, die kein Cimetidin bekamen (Tonnesen H/Lancet, 1988).
  2. Verlängerung der Lebenserwartung
    Weitere klinische Studien bestätigten in der Folge die Anti-Tumor-Wirkung von Cimetidin, insbesondere bei Darmkrebs. In einer Studie aus dem Jahr 1994 erhielten Darmkrebspatienten sieben Tage lang vor ihrer OP und nochmals zwei Tage danach zwei Dosen à 400 Milligramm Cimetidin in Tablettenform. Diese Maßnahme reduzierte die gefürchtete Dreijahres-Sterblichkeit von 41 auf nur noch sieben Prozent (Adams WJ/Lancet, 1994). In einer japanischen Studie des Jahres 2002 konnte nachgewiesen werden, dass Darmkrebspatienten, die postoperativ 800 Milligramm Cimetidin parallel zur Chemotherapie erhielten, eine 85-prozentige Zehnjahres-Überlebenszeit aufwiesen, wobei die Placebo-Testgruppe diesbezüglich nur 50 Prozent erreichte (Matsumoto S/Br J Cancer, 2002).
  3. Immunmodulatorische Aktivität gegen TRegs durch Cimetidin
    Krebszellen „versklaven“ die TRegs, ein Phänomen, das bis heute noch nicht vollständig verstanden ist. In der Folge ergibt sich ein immunpermissives Milieu, das dem Krebs in die Karten spielt. Auch wenn das Immunsystem insgesamt intakt zu sein scheint, der unmittelbare Tumorbereich zeichnet sich durch eine Zone von Immunschwäche aus. Hier beherrschen die immunsuppressiven Zytokine IL10 und TGF-ß das Geschehen, die alle aktiven Immunzellen in einen „Tiefschlaf“ versetzen.Menschen, die unter einer Autoimmunerkrankung leiden, weisen in der Regel einen Mangel von TRegs auf. Das bedeutet, dass ihr Immunsystem nicht ausreichend in Schach gehalten wird und daher mit seiner Aktivität übertreibt. Der krebskranke Mensch hat dagegen zu viel von diesen TRegs, sein Immunsystem wird zu stark unterdrückt und kann die Krebszellen nicht mehr ausreichend bekämpfen. Was also ursächlich zu tun wäre: Die TRegs müssen ausgehebelt werden, um den Krebs zu beherrschen. Genau das macht Cimetidin.

Es besteht auf jeden Fall weiterer Forschungsbedarf

Auf jeden Fall birgt der Einsatz von Cimetidin ein enormes Potenzial, das belegen zwei Studien aus den Jahren 2003 und 2005, in denen gezeigt wird, dass Cimetidin durch Hemmung von Blutgefäß-Einsprossungen (VEGF-Hemmung) das Darmkrebswachstum bei Mäusen stark verlangsamt.

Auch bei anderen Tumorarten wird ein positiver Effekt durch Cimetidin vermutet. Dazu liegen aber zurzeit noch keine aussagekräftigen Studien vor. Da Cimetidin heute nicht mehr patentiert werden kann, hält sich das Interesse der Pharma-Industrie hierbei in Grenzen.

Eine Erklärungsmöglichkeit der Wirkweise von Cimetidin liegt in der Beeinflussung des Histaminrezeptors. Viele Tumorarten, gerade nach chirurgischen Eingriffen, setzen vermehrt Histamin frei. Dies hat eine Schwächung des Immunsystems zur Folge. Diese Zusammenhänge sind leider noch nicht bei allen Ärzten präsent.

Bislang wird Cimetidin einzig von der Klinik St. Georg in Bad Aibling verwendet. St. Georg ist eine Fachklinik für Innere Medizin unter der Leitung von Dr. med. Friedrich Douwes, der dort den Schwerpunkt auf Onkologie in Kombination mit Naturheilverfahren legt.

Im Hinblick darauf, dass Cimetidin vor allem antientzündlich wirkt, darf angenommen werden, dass auch die Gabe pflanzlicher Entzündungshemmer wie Omega-3-Fettsäuren, Weihrauch (Boswelliasäuren) oder Gelbwurz (Kurkuma) durchaus Krebszellen unterdrückende Eigenschaften haben.

Bildquellen:

  • 123rf.com – lculig
  • 123rf.com – Alexander Raths

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Mein Name ist René Gräber. Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen, auch mit Krebs. Und eins ist völlig klar: Es gibt Hoffnung bei Krebs. Sprechen wir darüber.

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