Die klassische Onkologie geht davon aus, dass Krebs aus entarteten Körperzellen entsteht. Mutationen, epigenetische Fehlsteuerungen, chronische Entzündungen, Immunschwäche, hormonelle Einflüsse, Umweltgifte und Lebensstilfaktoren gelten als zentrale Bausteine der Krebsentstehung. Dieses Modell dominiert Forschung, Diagnostik und Therapie.

Die russische Chemikerin Tamara Lebedewa vertrat jedoch eine völlig andere Auffassung: Sie sah Krebs nicht primär als Erkrankung entarteter Körperzellen, sondern als Folge einer parasitären Belastung — insbesondere durch Trichomonaden.

Das ist eine steile These. Eine These, die der etablierten Krebslehre frontal widerspricht. Und genau deshalb lohnt es sich, sie nicht vorschnell als Unsinn abzutun, aber ebenso wenig unkritisch als „bewiesene Wahrheit“ zu verkaufen.

Wer war Tamara Lebedewa?

Tamara Jakowlewna Swischtschewa, im deutschsprachigen Raum meist unter dem Namen Tamara Lebedewa bekannt, wurde 1938 in Krasnojarsk geboren und arbeitete als Chemikerin in staatlichen Forschungseinrichtungen. Sie beschäftigte sich über viele Jahre mit Krebszellen, Mikroorganismen und insbesondere mit Trichomonaden.

Ausgangspunkt ihrer Arbeit war nicht nur wissenschaftliches Interesse, sondern auch persönliche Betroffenheit durch Krebserkrankungen in ihrer Familie. Lebedewa kam zu der Überzeugung, dass die offizielle Mutationstheorie die eigentliche Ursache von Krebs nicht ausreichend erkläre.

Ihrer Ansicht nach seien viele sogenannte Krebszellen in Wirklichkeit keine entarteten Körperzellen, sondern einzellige Parasiten beziehungsweise trichomonadenähnliche Organismen, die sich im Gewebe ansiedeln, Kolonien bilden und vom Körper als Tumor eingeschlossen werden.

Damit stellt sie das schulmedizinische Grundmodell auf den Kopf.

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Was sind Trichomonaden?

Trichomonaden sind einzellige Geißeltierchen. Die bekannteste Art beim Menschen ist Trichomonas vaginalis, der Erreger der Trichomoniasis. Diese Infektion betrifft vor allem den Urogenitaltrakt und zählt zu den häufigsten nicht-viralen sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Die WHO schätzte für das Jahr 2020 rund 156 Millionen neue Infektionen mit Trichomonas vaginalis bei Menschen zwischen 15 und 49 Jahren.

Die Infektion ist häufig symptomarm oder bleibt völlig unbemerkt. Frauen können unter Ausfluss, Brennen, Juckreiz, Schmerzen beim Wasserlassen oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr leiden. Bei Männern verläuft die Infektion oft unauffällig, kann aber auch mit Urethritis, Prostatitis oder Reizungen einhergehen.

Nach heutiger Lehrmeinung lebt Trichomonas vaginalis vor allem im weiblichen unteren Genitaltrakt sowie in Harnröhre und Prostata des Mannes. Die Übertragung erfolgt überwiegend sexuell. Das CDC weist zudem darauf hin, dass der Parasit keine klassische Zystenform besitzt und außerhalb des Körpers schlecht überlebt.

Genau an diesem Punkt beginnt bereits der Konflikt mit Lebedewas Darstellung: Sie beschreibt Trichomonaden als außerordentlich wandlungsfähig, pleomorph und in der Lage, unterschiedliche Erscheinungsformen anzunehmen. Die moderne Parasitologie sieht dies bei T. vaginalis deutlich enger.

Lebedewas zentrale These

Lebedewa war überzeugt, dass Trichomonaden im Körper unter bestimmten Bedingungen ihr Verhalten verändern. Nach ihrer Auffassung können sie sich tarnen, Gewebestrukturen imitieren und dadurch unter dem Mikroskop wie Krebszellen erscheinen.

Sie verglich Krebszellen und Trichomonaden anhand mehrerer Eigenschaften:

  • ungeordnetes Wachstum,
  • Vielgestaltigkeit der Zellen,
  • Fähigkeit zur Gewebedurchdringung,
  • Resistenz gegenüber ungünstigen Milieubedingungen,
  • anaerobe Stoffwechselprozesse,
  • Bildung von Kolonien,
  • Ausbreitung über Blut, Lymphe und Gewebe.

Daraus zog sie den Schluss: Tumoren seien nicht einfach Wucherungen entarteter Körperzellen, sondern Kolonien parasitärer Einzeller, die vom Körper teilweise eingekapselt oder isoliert würden.

In dieser Sicht wäre der Tumor nicht die eigentliche Ursache der Krankheit, sondern ein sichtbares Spätstadium eines tieferliegenden parasitären Geschehens.

Das ist der Kern ihrer Theorie.

Warum diese Sichtweise so brisant ist

Wenn Lebedewa recht hätte, würde sich die gesamte Krebsmedizin verschieben. Dann müsste man nicht nur Tumorzellen bekämpfen, sondern nach parasitären, mikrobiellen und immunologischen Ursachen suchen. Dann wären Operation, Bestrahlung und Chemotherapie nicht mehr automatisch der zentrale Angriffspunkt, sondern möglicherweise nur Maßnahmen gegen ein Symptom.

Genau hier liegt die Sprengkraft.

Denn Lebedewa deutete Rückfälle, Metastasen und aggressive Krankheitsverläufe nach belastenden Therapien anders als die klassische Onkologie. Sie vermutete, dass eine geschwächte Immunabwehr die Ausbreitung der Trichomonaden begünstige. Chemotherapie und Antibiotika galten ihr deshalb nicht als Lösung, sondern unter Umständen als zusätzlicher Belastungsfaktor.

Diese Aussage ist medizinisch heikel. Nicht, weil Immunbelastung, Mikrobiomschäden und Therapiefolgen irrelevant wären, das sind sie nämlich keineswegs. Sondern weil daraus nicht automatisch folgt, dass Chemotherapie generell wirkungslos oder krebsfördernd sei. Diese pauschale Folgerung gilt als „offiziell wissenschaftlich“ nicht belegt und wäre für Patienten gefährlich, wenn sie daraus einen Therapieabbruch ableiten.

Gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Trichomonaden und Krebs?

Interessanterweise ist die Frage, ob Trichomonas vaginalis mit bestimmten Krebserkrankungen zusammenhängen könnte, nicht völlig aus der Luft gegriffen. Moderne Studien diskutieren tatsächlich Zusammenhänge zwischen T. vaginalis und Tumoren des Fortpflanzungssystems, vor allem Gebärmutterhalskrebs und Prostatakrebs.

Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus dem Jahr 2023 fand eine statistische Korrelation zwischen T. vaginalis-Infektionen und Krebsarten des Reproduktionssystems. Die Autoren berichteten, dass die Infektionsrate in Krebsgruppen höher lag als in Kontrollgruppen und diskutierten mögliche Mechanismen wie chronische Entzündung, Veränderung des lokalen Milieus, Stoffwechselprodukte des Parasiten und Wechselwirkungen mit anderen Erregern. Gleichzeitig formulierten sie ausdrücklich, dass die Frage der Kausalität weiter geklärt werden müsse.

Eine weitere Meta-Analyse zur zervikalen Neoplasie kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Datenlage widersprüchlich ist, aber eine Assoziation zwischen T. vaginalis und Veränderungen am Gebärmutterhals bestehen kann.

Das ist wichtig: Eine Assoziation ist kein Beweis für Verursachung. Sie bedeutet zunächst nur, dass zwei Dinge häufiger gemeinsam auftreten als zufällig zu erwarten wäre.

Die nüchterne Formulierung lautet also: Es gibt Hinweise darauf, dass Trichomonaden bei bestimmten Krebserkrankungen als Risikofaktor, Entzündungstreiber oder Co-Faktor eine Rolle spielen (können).

Wo Lebedewas Theorie über die Datenlage hinausgeht

Lebedewas These geht deutlich weiter als das, was sich derzeit als „wissenschaftlich belastbar“ gezeigt ist. Die heutige Forschung kennt zahlreiche infektiöse Faktoren, die Krebs begünstigen können – was zu Zeiten Lebedewas übrigens undenkbar war: humane Papillomviren bei Gebärmutterhalskrebs, Helicobacter pylori bei Magenkrebs, Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Viren bei Leberkrebs, Epstein-Barr-Virus bei bestimmten Lymphomen. Sie Schulmedizin hinkt also etwas hinterher…

Aber daraus folgt (auch) nicht automatisch, dass Krebs grundsätzlich eine Parasitenkrankheit ist.

Auch die Internationale Agentur für Krebsforschung listet viele biologische, chemische und physikalische Karzinogene, weist aber zugleich darauf hin, dass nicht klassifizierte Stoffe oder Erreger damit nicht automatisch als harmlos gelten. Eine allgemein anerkannte Einstufung von Trichomonas vaginalis als gesicherter Krebserreger im Sinne der klassischen IARC-Karzinogenlisten lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Lebedewas Aussage „Krebszellen sind Trichomonaden“ bleibt daher offiziell (immer noch) eine Hypothese und zwar eine sehr weitreichende.

Was an ihrer Sichtweise dennoch bedenkenswert ist

Auch wenn Lebedewas Hauptthese nicht als bewiesen gelten kann, berührt sie mehrere Punkte, die in der biologischen Medizin und Naturheilkunde seit langem eine Rolle spielen.

Erstens: Krebs entsteht nicht im luftleeren Raum. Das Gewebe-Milieu ist entscheidend. Chronische Entzündung, Sauerstoffmangel, gestörter Zellstoffwechsel, toxische Belastungen, Immunschwäche, hormonelle Fehlregulationen und mikrobielle Dysbiosen können das Terrain verändern.

Zweitens: Mikroorganismen sind in der Krebsmedizin lange unterschätzt worden. Heute wird zunehmend erforscht, welche Rolle Mikrobiom, Viren, Bakterien, Pilze und Protozoen bei Entzündung, Immunregulation und Tumorbiologie spielen.

Drittens: Ein starkes Immunsystem ist kein esoterischer Allgemeinplatz, sondern ein zentraler Bestandteil der Tumorkontrolle. Der Körper erkennt und beseitigt täglich entartete oder auffällige Zellen. Versagt diese Kontrolle, steigt das Risiko für chronische Erkrankungen und Tumorprozesse.

Viertens: Die reine Tumorvernichtung reicht oft nicht aus. Wer nur den Tumor bekämpft, aber Milieu, Immunsystem, Ernährung, Entgiftungsleistung, Mikrobiom, Stressphysiologie und chronische Infektionen ignoriert, behandelt möglicherweise zu kurz.

In diesem Sinne kann Lebedewas Arbeit als Hinweis verstanden werden: Man sollte Krebs nicht ausschließlich als lokales Zellproblem betrachten, sondern als Systemerkrankung des gesamten Organismus.

Die Gefahr der Vereinfachung

Problematisch wird es dort, wo aus einer interessanten Hypothese ein geschlossenes Weltbild wird.

„Krebs ist nur ein Parasit“ ist genauso verkürzt wie „Krebs ist nur eine Mutation“. Die Wirklichkeit ist komplexer. Krebs ist ein biologischer Prozess mit vielen Ebenen: Genetik, Epigenetik, Immunologie, Stoffwechsel, Gewebemilieu, Entzündung, Toxikologie, Psyche, Mikrobiom und Lebensführung greifen ineinander.

Die Schulmedizin reduziert Krebs häufig auf Tumorgröße, Zellteilung und Leitlinienprotokoll. Die Alternativmedizin wiederum reduziert ihn manchmal auf Übersäuerung, Parasiten, seelische Konflikte oder Gifte. Beides ist zu wenig.

Ein tragfähiger Ansatz muss mehr können: Er muss differenzieren.

Diagnostische und therapeutische Konsequenzen

Aus naturheilkundlicher Sicht wäre es sinnvoll, bei chronischen Erkrankungen und insbesondere bei Krebs nicht nur auf Bildgebung, Tumormarker und Histologie zu schauen, sondern auch auf das Terrain:

  • chronische Infektionen,
  • Zahn- und Kieferherde,
  • Darmmilieu und Mikrobiom,
  • Entzündungsmarker,
  • Mitochondrienfunktion,
  • Nährstoffdefizite,
  • Schwermetall- und Umweltbelastungen,
  • Leber- und Entgiftungsleistung,
  • Immunkompetenz,
  • Stressachsen und Schlafqualität.

Ob Trichomonaden dabei eine zentrale Rolle spielen, muss im Einzelfall sorgfältig geprüft werden. Moderne Diagnostik wie PCR- oder Antigentests ist dabei wesentlich zuverlässiger als bloße mikroskopische Interpretationen, die leicht fehlgedeutet werden können. Die WHO nennt neben Mikroskopie ausdrücklich Antigen- und molekulare Verfahren wie NAAT als diagnostische Optionen; NAAT gelten in vielen Settings als Goldstandard.

Eine nachgewiesene Trichomoniasis ist behandelbar. Standardtherapeutisch werden Metronidazol oder Tinidazol eingesetzt. Die WHO bezeichnet die Infektion als behandelbar und heilbar, weist aber auch auf mögliche Therapieversager und seltene Resistenzen hin.

Das bedeutet aber nicht, dass Metronidazol eine Krebstherapie ist. Diese Gleichsetzung wäre unseriös.

Lebedewas Reinigungskonzept

Lebedewa empfahl ein mehrstufiges Konzept aus Reinigung, Nährstoffversorgung, parasitärer Entlastung und Stärkung des Immunsystems. Im Kern entspricht dies einem biologisch-medizinischen Denken: Der Organismus soll entlastet, reguliert und in seiner Abwehrleistung unterstützt werden.

Aus heutiger Sicht lassen sich daraus sinnvolle Bausteine ableiten:

  • entzündungsarme Ernährung,
  • Stabilisierung des Darms,
  • ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen,
  • Verbesserung der mitochondrialen Funktion,
  • gezielte Diagnostik und Behandlung chronischer Infektionen,
  • Reduktion toxischer Belastungen,
  • Bewegung, Schlaf, Licht, Rhythmus,
  • therapeutisches Fasten nur bei geeigneter Konstitution und fachlicher Begleitung.

Gerade beim Fasten ist bei Krebserkrankungen eine gewisse Vorsicht geboten. Nicht jeder Patient profitiert davon, und bei Gewichtsverlust, Kachexie oder fortgeschrittener Erkrankung kann Fasten gefährlich werden. Hier braucht es Erfahrung, Diagnostik und klare Grenzen. Ich hatte dazu in einigen Artikeln Stellung genommen unter anderem:

Fazit: Provokation, Hinweis oder Irrweg?

Tamara Lebedewas Theorie bleibt umstritten. Ihre zentrale Behauptung, Krebszellen seien Trichomonaden, ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Sie steht im Widerspruch zu wesentlichen Befunden der modernen Onkologie, Histologie und Molekularbiologie.

Gleichzeitig wäre es zu billig, das Thema vollständig vom Tisch zu wischen. Die Forschung zeigt, dass Trichomonas vaginalis mit chronischen Entzündungen, urogenitalen Erkrankungen, erhöhter HIV-Anfälligkeit und möglicherweise auch mit bestimmten Krebsrisiken assoziiert sein kann.

Die eigentliche Stärke von Lebedewas Ansatz liegt daher weniger in der Behauptung, den einen Krebserreger gefunden zu haben. Sie liegt in der Provokation, Krebs wieder als Milieuerkrankung, Infektionsgeschehen und Systemproblem zu betrachten.

Und genau dort wird es interessant.

Denn eine Medizin, die nur den Tumor sieht, sieht zu wenig. Eine Medizin, die nur den Parasiten sieht, allerdings auch.

Die Zukunft liegt nicht in dogmatischen Lagern, sondern in einer integrativen Sicht: Krebs als Ausdruck eines gestörten biologischen Systems — mit Tumorbiologie, Immunsystem, Mikrobiom, Stoffwechsel, Umweltbelastung, Entzündung und seelischer Regulation als miteinander verbundenen Ebenen.

Lebedewas These mag in ihrer Radikalität nicht bewiesen sein. Aber sie erinnert an eine unbequeme Frage, die in der Onkologie viel zu selten gestellt wird:

Warum wird ein Organismus überhaupt zu einem Boden, auf dem Krebs wachsen kann?

Und genau diese Frage führt weiter als jede Therapie, die nur schneidet, bestrahlt oder vergiftet.

Beitragsbild: 123rf.com – Aliaksei Marozau

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„Hoffnung bei Krebs“ dazu an:

Seit den 1970er Jahren dominiert in der Krebsforschung eine Vorstellung, die auf den ersten Blick bestechend einfach klingt: Krebs entsteht durch Mutationen in bestimmten Genen. Werden sogenannte Onkogene aktiviert oder Tumorsuppressorgene ausgeschaltet, gerät die Zelle außer Kontrolle. Aus geordnetem Wachstum wird wuchernde Entartung.

Diese Theorie hat enorme Forschungsgelder, unzählige Laborprogramme und eine ganze Industrie zielgerichteter Medikamente geprägt. Und sie ist keineswegs völlig falsch. Mutationen spielen bei vielen Tumoren eine Rolle. Manche genetischen Veränderungen sind für Diagnose, Prognose und Therapie sogar von erheblicher Bedeutung.

Aber als umfassende Erklärung für Krebs reicht diese Theorie nicht aus.

Denn Krebs ist nicht bloß ein Schreibfehler in der DNA. Krebs ist eine Entgleisung der zellulären Ordnung: Chromosomenchaos, Stoffwechselverschiebung, gestörte Mitochondrienfunktion, epigenetische Fehlsteuerung, chronische Entzündung, Immunflucht und ein krankes Gewebemilieu greifen ineinander.

Die bequeme Formel „Mutation macht Krebs“ ist deshalb zu kurz. Und wie so oft in der Medizin: Was zu kurz ist, wird irgendwann teuer.

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Vom Onkogen zur Dogmatik

Eine wichtige Rolle in dieser Geschichte spielt Peter Duesberg. Gemeinsam mit Peter Vogt identifizierte er Anfang der 1970er Jahre das virale src-Onkogen des Rous-Sarkom-Virus. Src wurde später zu einem Schlüsselbegriff der molekularen Krebsforschung; es war das erste retrovirale Onkogen, das als solches beschrieben wurde.

Damit begann eine neue Ära: Krebs wurde immer stärker als genetische Erkrankung verstanden. Onkogene, Tumorsuppressorgene, Wachstumsfaktoren, Rezeptoren, Signalwege — die molekulare Landkarte wurde immer feiner.

Das war wissenschaftlich fruchtbar. Aber aus einer fruchtbaren Hypothese wurde zunehmend ein Deutungsmonopol. Der Eindruck entstand: Wenn man nur genügend Krebsgene findet, versteht man Krebs.

Genau hier beginnt das Problem.

Denn trotz jahrzehntelanger Genforschung bleiben zentrale Fragen offen: Warum tragen manche Tumoren unzählige Mutationen, ohne dass klar ist, welche davon entscheidend sind? Warum können sehr ähnliche Mutationen in verschiedenen Geweben völlig unterschiedliche Folgen haben? Warum verhalten sich Krebszellen so stark abhängig von Sauerstoffversorgung, Entzündung, Immunmilieu und Stoffwechsel? Und warum können maligne Zellen unter bestimmten Bedingungen wieder in normalere Entwicklungsprogramme eingebunden werden?

Diese Fragen lassen sich nicht wegsequenzieren.

Das Experiment, das nicht so recht zur Mutationslehre passt

Besonders interessant sind Experimente, bei denen Krebszellen in ein normales biologisches Umfeld gebracht wurden.

Beatrice Mintz und Karl Illmensee zeigten 1975 in klassischen Arbeiten mit Mäusen, dass Zellen aus einem malignen Teratokarzinom, wenn sie in frühe Embryonen eingebracht wurden, zur Bildung normaler Gewebe beitragen konnten. Aus Zellen, die im erwachsenen Tier Tumoren bilden konnten, entstanden in der passenden embryonalen Umgebung normale, genetisch mosaikartige Mäuse.

Das ist keine Kleinigkeit.

Wenn Malignität ausschließlich und unumkehrbar im Zellkern festgeschrieben wäre, dürfte so etwas kaum passieren. Diese Experimente zeigen: Das Verhalten einer Krebszelle hängt nicht nur von ihrem Genom ab, sondern auch von ihrer Umgebung, ihrer Differenzierungslage und den Signalen, die sie empfängt.

Noch deutlicher wird es bei Kern-Zytoplasma- und Cybrid-Experimenten. Dabei wird untersucht, was geschieht, wenn Zellkerne und Zellplasma aus gesunden und malignen Zellen miteinander kombiniert werden. Solche Arbeiten werden bis heute als Hinweis diskutiert, dass das Zytoplasma — vor allem die Mitochondrien und der metabolische Zustand der Zelle — eine aktive Rolle im Krebsverhalten spielt. Thomas Seyfried und andere Autoren haben diese Befunde als Argument für Krebs als mitochondriale beziehungsweise metabolische Erkrankung zusammengefasst.

Die Schlussfolgerung ist nicht: Gene sind bedeutungslos.

Die Schlussfolgerung lautet: Gene sind nicht allein entscheidend.

Der Zellkern ist wichtig. Aber er ist nicht der einzige Dirigent. Das Zytoplasma, die Mitochondrien, die Redoxlage, die Energiegewinnung, das Immunsystem und das Gewebemilieu bestimmen mit, ob eine Zelle geordnet bleibt oder entgleist.

Aneuploidie: Wenn nicht ein Gen, sondern das ganze System kippt

An dieser Stelle kommt die Aneuploidie ins Spiel.

Eine normale menschliche Körperzelle besitzt in der Regel 46 Chromosomen, also 23 Chromosomenpaare. Bei einer Aneuploidie stimmt diese Ordnung nicht mehr. Einzelne Chromosomen oder Chromosomenabschnitte liegen zu oft oder zu selten vor. Die Zelle trägt also nicht nur einzelne Punktmutationen, sondern ein verschobenes chromosomales Gesamtbild.

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Eine Mutation verändert oft ein einzelnes Gen. Eine Aneuploidie verändert die Dosierung von Hunderten oder Tausenden Genen gleichzeitig. Damit geraten ganze Netzwerke durcheinander: Proteinsynthese, Reparatursysteme, Zellteilung, Mitochondrienfunktion, Enzymgleichgewichte, Stressantwort und Differenzierung.

Duesberg entwickelte daraus seine Aneuploidie-Theorie des Krebses. Nach dieser Sichtweise ist Krebs weniger eine Erkrankung einzelner mutierter Gene, sondern eine Erkrankung des Chromosomensatzes. Die falsche Chromosomenzahl destabilisiert die Zelle, erzeugt weitere Fehler und treibt eine Art evolutionären Auswahlprozess innerhalb des Gewebes an.

Das Bild ist ein anderes: Nicht ein einzelner Schalter ist defekt. Der Sicherungskasten brennt.

Aneuploidie ist bei Krebs häufig — aber nicht harmlos

Heute gilt Aneuploidie als eines der auffälligsten Merkmale vieler menschlicher Tumoren. Moderne Übersichtsarbeiten beschreiben Chromosomenzahlveränderungen als häufige, aber biologisch noch immer nicht vollständig verstandene Eigenschaft von Krebszellen. Neue Methoden, darunter CRISPR-basierte Verfahren, erlauben inzwischen gezieltere Untersuchungen, wie einzelne Chromosomenveränderungen das Verhalten von Tumorzellen beeinflussen.

Dabei muss man zwei Begriffe unterscheiden:

Aneuploidie beschreibt den Zustand: Die Chromosomenzahl stimmt nicht.

Chromosomale Instabilität beschreibt den Prozess: Die Zelle verteilt Chromosomen bei der Teilung immer wieder fehlerhaft und produziert dadurch neue Varianten.

Gerade diese chromosomale Instabilität macht Tumoren so gefährlich. Sie erzeugt ständig neue Zellklone. Einige sterben ab. Andere überleben Sauerstoffmangel, Immundruck, Nährstoffmangel oder Chemotherapie. So entsteht Tumorheterogenität — ein Krebs ist dann nicht eine einheitliche Zellmasse, sondern ein chaotisches Ökosystem aus konkurrierenden Zelllinien.

Das erklärt auch, warum Therapieresistenz so häufig entsteht. Der Tumor muss nicht „klug“ sein. Es reicht, wenn er instabil genug ist. Irgendeine Variante überlebt.

Mehr zu den Ursachen von Krebs finden Sie hier: Krebs Ursachen: Risikofaktoren und Auslöser verstehen

Warum einfache Genmutationen als Erklärung nicht genügen

Die somatische Mutationstheorie hat mehrere Schwachstellen.

Erstens: Viele Tumoren zeigen ein enormes Durcheinander im Erbgut, ohne dass sich daraus immer eine klare lineare Ursachenkette ableiten lässt. Moderne Analysen zeigen, dass viele bekannte Krebsgene in zahlreichen Tumortypen gar nicht oder nur selten mutiert sind.

Zweitens: Zahlreiche krebsauslösende Faktoren wirken nicht ausschließlich über direkte DNA-Schäden. Es gibt nicht-genotoxische Karzinogene, die Tumorbildung über andere Mechanismen fördern können — etwa chronische Entzündung, hormonelle Effekte, oxidative Belastung, epigenetische Veränderungen oder Störungen der Zellteilung. Übersichtsarbeiten beschreiben ausdrücklich, dass nicht-genotoxische Karzinogene Tumoren über Mechanismen auslösen können, die nicht auf direkter DNA-Schädigung beruhen.

Drittens: Umweltfaktoren wie Asbest, Metalle, Staubbelastungen oder bestimmte chemische Expositionen zeigen, dass Krebsentstehung nicht nur als innerzellulärer Genfehler verstanden werden kann. Die IARC-Monographien bewerten solche Stoffe anhand epidemiologischer, toxikologischer und mechanistischer Daten; bei Asbest etwa ist die Einstufung als krebserregend für den Menschen gut etabliert.

Viertens: Nur ein kleiner Teil aller Krebserkrankungen ist direkt erblich bedingt. Das National Cancer Institute gibt an, dass etwa 5 bis 10 Prozent der Krebserkrankungen auf schädliche vererbte Mutationen zurückgehen; die meisten entstehen durch erworbene Veränderungen im Laufe des Lebens, beeinflusst durch Alterung und Umweltfaktoren.

Das ist wichtig. Denn es relativiert die verbreitete Angst, Krebs sei vor allem ein genetisches Schicksal. Vererbung spielt eine Rolle, aber sie ist nicht das ganze Spiel.

Das Problem mit der genetischen Prävention

Bei bestimmten Hochrisikokonstellationen, etwa BRCA1- oder BRCA2-Veränderungen, können intensivierte Früherkennung, medikamentöse Prävention oder risikoreduzierende Operationen diskutiert werden. Das ist nicht grundsätzlich unseriös. Bei erblichen Brust- und Eierstockkrebs-Syndromen können solche Maßnahmen das Erkrankungsrisiko deutlich senken.

Aber problematisch wird es, wenn daraus eine genetische Schicksalsmedizin entsteht: Mutation gefunden, Organ gefährdet, Organ entfernen.

So einfach ist Biologie nicht.

Auch bei Risikogenen geht es um Wahrscheinlichkeiten, nicht um Gewissheiten. Penetranz, Lebensstil, hormonelle Situation, Stoffwechsel, Entzündungslage, Umweltbelastungen, Ernährung, Körpergewicht, Mikrobiom und immunologische Faktoren beeinflussen das tatsächliche Risiko. Wer das ignoriert, reduziert den Menschen auf seine Laborbefunde.

Genetik kann Orientierung geben. Sie darf aber nicht zur modernen Variante des Orakels werden.

Krebs als Stoffwechsel- und Milieuerkrankung

Otto Warburg beschrieb bereits im frühen 20. Jahrhundert, dass Krebszellen häufig eine veränderte Energiegewinnung zeigen. Sie vergären Glukose verstärkt zu Laktat, selbst wenn Sauerstoff vorhanden ist. Dieses Phänomen wird heute als Warburg-Effekt bezeichnet.

Lange wurde diese Beobachtung als Nebensache behandelt. Heute ist klar: Der Stoffwechsel ist nicht Beiwerk, sondern Teil der Tumorbiologie. Moderne Krebsmodelle berücksichtigen neben genetischer Instabilität auch Entzündung, Immunflucht, veränderte Energiegewinnung, Mikroumgebung und metabolische Anpassung. Das Hallmarks-of-Cancer-Konzept wurde über die Jahre genau in diese Richtung erweitert.

Mitochondrien sind dabei weit mehr als „Kraftwerke der Zelle“. Sie steuern Apoptose, Redoxsignale, Immunantwort, Kalziumhaushalt, Entzündungsprozesse und metabolische Flexibilität. Neuere Arbeiten zeigen sogar, dass Mitochondrien zwischen Zellen übertragen werden können und dass solche mitochondrialen Transfers innerhalb des Tumormilieus Wachstum, Metastasierung, Therapieresistenz und Immunflucht beeinflussen können.

Das ist biologisch hochinteressant. Denn es zeigt: Krebszellen sind nicht isolierte Mutationspakete. Sie stehen in einem aktiven Austausch mit ihrer Umgebung.

Der Tumor ist kein Zellhaufen. Er ist ein krankes Organ im Organismus.

Warum Ernährung und Lebensstil nicht „Begleitmusik“ sind

Wenn Krebs nur durch zufällige Mutationen entstünde, wären Ernährung, Bewegung, Fasten, Schlaf, Entzündungsregulation und Stoffwechselgesundheit bestenfalls Randthemen.

Wenn Krebs aber auch eine Erkrankung von Milieu, Stoffwechsel, Mitochondrienfunktion, Immunlage und chronischer Entzündung ist, dann rücken diese Faktoren ins Zentrum.

Das bedeutet nicht, dass Brokkoli eine Chemotherapie ersetzt. Solche Parolen helfen niemandem.

Aber es bedeutet: Ernährung, Insulinregulation, Übergewicht, Bewegungsmangel, chronische Entzündung, Darmbarriere, Mikrobiom, Toxinexposition, Vitamin-D-Status, circadianer Rhythmus und Stressphysiologie sind keine Wellness-Themen. Sie beeinflussen biologische Systeme, die für Krebsentstehung und Krebsverlauf relevant sind.

Gerade aneuploide Krebszellen stehen unter Dauerstress. Sie müssen falsche Proteinmengen verarbeiten, oxidativen Stress puffern, Energieengpässe überstehen, Zellmüll beseitigen und Reparatursysteme stabilisieren. Dadurch entstehen Abhängigkeiten: von Glukose, Glutamin, Proteostase, Autophagie, antioxidativen Systemen und bestimmten Signalwegen.

Das eröffnet therapeutische Denkansätze. Nicht als Ersatz für sinnvolle Onkologie, sondern als Erweiterung: metabolische Begleittherapie, Fastenstrategien rund um bestimmte Behandlungen, Reduktion chronischer Entzündung, Verbesserung der mitochondrialen Funktion, Bewegungstherapie, Schlafregulation und gezielte orthomolekulare Unterstützung.

Kurz: Nicht nur den Tumor betrachten, sondern den Boden, auf dem er wächst.

Was die Aneuploidie-Theorie leisten kann — und was nicht

Man sollte auch hier nicht in das nächste Dogma fallen.

Die Aneuploidie-Theorie erklärt vieles, was die reine Punktmutationslehre nur mühsam erklärt: die globale Entgleisung der Zelle, die genetische Instabilität, die enorme Anpassungsfähigkeit von Tumoren, die Heterogenität und die Therapieresistenz.

Aber auch Aneuploidie allein erklärt Krebs nicht vollständig. Manche Tumoren sind stark aneuploid, andere weniger. Manche genetischen Treibermutationen sind eindeutig relevant. Bestimmte zielgerichtete Therapien wirken gerade deshalb, weil konkrete molekulare Veränderungen vorhanden sind.

Die bessere Sichtweise lautet daher nicht:

„Gene sind egal.“

Sondern:

„Gene sind Teil eines größeren Systems.“

Krebs entsteht aus einer mehrschichtigen Entgleisung: Genom, Chromosomen, Epigenetik, Mitochondrien, Stoffwechsel, Immunantwort, Entzündung und Gewebemilieu wirken zusammen.

Wer nur Gene sieht, sieht zu wenig. Wer Gene völlig ignoriert, ebenfalls.

Fazit: Krebs ist kein einfacher Gendefekt

Die Mutationslehre hat wichtige Erkenntnisse gebracht. Aber sie hat auch den Blick verengt. Krebs ist nicht nur die Folge einzelner Genmutationen, sondern Ausdruck einer tiefgreifenden Störung zellulärer Ordnung.

Aneuploidie zeigt, dass bei vielen Tumoren nicht nur einzelne Gene verändert sind, sondern der gesamte Chromosomensatz aus dem Gleichgewicht geraten ist. Kern-Zytoplasma-Experimente zeigen, dass der Zellkern nicht allein über Malignität entscheidet. Die Mitochondrien- und Stoffwechselforschung zeigt, dass Energiegewinnung, Redoxlage und Zellmilieu zentrale Rollen spielen. Und die Tumormikroumgebung zeigt, dass Krebs nicht losgelöst vom Organismus verstanden werden kann.

Die Konsequenz ist unbequem, aber notwendig:

Krebsmedizin darf sich nicht auf das Jagen einzelner Mutationen beschränken. Sie muss systemischer denken. Sie muss fragen, warum eine Zelle überhaupt in diesen Zustand gerät, warum der Organismus sie nicht kontrolliert und welche inneren Bedingungen Tumorwachstum fördern oder hemmen.

Oder einfacher gesagt:

Krebs ist nicht nur ein Fehler im Gen. Krebs ist ein Zusammenbruch biologischer Ordnung.

Und genau deshalb müssen Prävention und Therapie weiter reichen als Genanalyse, Chemotherapie und Medikamentendesign. Sie müssen das Terrain berücksichtigen: Stoffwechsel, Entzündung, Immunsystem, Mitochondrien, Ernährung, Bewegung, Schlaf, Umweltbelastungen und die Fähigkeit des Organismus zur Regulation.

Alles andere ist molekulare Kurzsichtigkeit — technisch brillant, aber biologisch unvollständig.

Beitragsbild: 123rf.com – Aliaksei Marozau

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„Hoffnung bei Krebs“ dazu an:

Johanna Budwig gehört zu den bekannteren „Gestalten“ der deutschen Naturheilkunde / Krebsheilkunde. Sie war keine Naturheilkundige, die zufällig auf Leinöl stieß, sondern eine promovierte Chemikerin und Physikerin, pharmazeutisch ausgebildet und über Jahre in der Fettforschung tätig. In den 1950er Jahren entwickelte sie zusammen mit ihrem Umfeld Verfahren zur Analyse von Fettsäuren, unter anderem mithilfe der Papierchromatographie. 1950 wurden entsprechende Arbeiten von Budwig und ihrem Mentor Hans-Paul Kaufmann auf einem internationalen Fettkongress vorgestellt.

Bekannt wurde sie aber nicht durch analytische Fettchemie, sondern durch ihre sogenannte Öl-Eiweiß-Kost: eine Ernährung, bei der frisches, kaltgepresstes Leinöl mit schwefelhaltigem Eiweiß aus Quark (oder Hüttenkäse wenn das stimmt was ich gelesen habe) kombiniert wird. Diese Mischung sollte nach Budwig den Fettstoffwechsel verbessern, die Zellatmung unterstützen und die gestörte Ordnung kranker Zellen günstig beeinflussen.

Damit berührte Budwig ein Thema, das bis heute aktuell ist: Krebs ist nicht nur ein genetisches Problem, sondern auch eine Erkrankung von Zellstoffwechsel, Membranfunktion, Mitochondrien, Entzündung und Milieu.

Das macht Budwig interessant. Aber es macht nicht jede Behauptung über die Budwig-Diät automatisch richtig.

Der Ausgangspunkt: Warburg und die gestörte Zellatmung

Bereits Otto Heinrich Warburg beschrieb in den 1920er Jahren eine auffällige Stoffwechselbesonderheit von Krebszellen. Viele Tumorzellen gewinnen Energie verstärkt über Glykolyse und Laktatbildung, selbst wenn Sauerstoff vorhanden ist. Dieses Phänomen wird heute als Warburg-Effekt bezeichnet. Moderne Übersichtsarbeiten sehen den Warburg-Effekt weiterhin als wichtiges Kennzeichen des Krebsstoffwechsels, auch wenn seine Bedeutung komplexer ist, als Warburg selbst annahm.

Warburg ging davon aus, dass die Zellatmung bei Krebs grundlegend gestört sei. Die moderne Tumorbiologie formuliert vorsichtiger: Krebszellen haben häufig eine veränderte metabolische Programmierung. Sie nutzen Glukose, Aminosäuren, Fettsäuren und mitochondriale Funktionen anders als gesunde Zellen. Der Stoffwechsel ist dabei nicht bloß Folge der Krebserkrankung, sondern kann Wachstum, Überleben, Immunflucht und Therapieresistenz mitsteuern.

Damit war Warburg nicht „widerlegt“, wie es manchmal etwas eilig behauptet wird. Er war eher unvollständig. Und das ist bei Pionieren ja nicht selten der Fall.

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Budwigs Gedanke: Fettstoffwechsel, Zellmembran und Sauerstoffverwertung

Johanna Budwig knüpfte an diese Frage der Zellatmung an. Ihr besonderes Interesse galt den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem der Alpha-Linolensäure im Leinöl. Sie nahm an, dass diese Fettsäuren aufgrund ihrer Doppelbindungen eine besondere elektrische und biochemische Bedeutung für Zellmembranen, Zellatmung und Sauerstoffverwertung besitzen.

Nach Budwigs Vorstellung waren bei chronisch Kranken und Krebspatienten bestimmte Fettbestandteile im Blut verändert. Sie sprach von Störungen bei Phosphatiden, Lipoproteinen und schwefelhaltigen Eiweißverbindungen. Die Kombination aus Leinöl und Quark sollte dieses Defizit ausgleichen: Das Öl liefert mehrfach ungesättigte Fettsäuren, der Quark liefert schwefelhaltige Aminosäuren und macht das Öl in der Mischung besser verteilbar.

Der Grundgedanke ist aus heutiger Sicht nicht unsinnig: Zellmembranen bestehen wesentlich aus Lipiden und Proteinen. Die Qualität der Fettsäuren beeinflusst Membranfluidität, Rezeptorfunktion, Entzündungsmediatoren, Signalübertragung und mitochondriale Prozesse. Auch Omega-3-Fettsäuren sind biologisch hochaktive Substanzen und nicht einfach „Kalorien in flüssiger Form“.

Aber man muss unterscheiden zwischen einem plausiblen biologischen Konzept und einem bewiesenen Krebstherapie-Verfahren. Genau an dieser Stelle wird es bei Budwig schwierig.

Was die Öl-Eiweiß-Kost eigentlich ist

Die klassische Budwig-Kost ist eine lacto-vegetarische Ernährung mit Schwerpunkt auf:

  • frisch angerührtem Leinöl mit Quark oder Hüttenkäse,
  • Gemüse, Obst, Sauerkraut und frisch gepressten Säften,
  • Nüssen und Samen,
  • möglichst naturbelassenen Lebensmitteln,
  • Verzicht auf gehärtete Fette, Margarine, stark erhitzte Fette, Zucker, Fleischwaren und industriell verarbeitete Produkte.

Der Kern ist die bekannte Leinöl-Quark-Mischung. Dabei wird kaltgepresstes Leinöl mit Magerquark oder Hüttenkäse so lange verrührt, bis keine Ölschicht mehr sichtbar ist. Budwig ging davon aus, dass die Verbindung von ungesättigten Fettsäuren mit schwefelhaltigem Eiweiß die Aufnahme und Verwertung verbessert.

Damit war sie ihrer Zeit in einem Punkt voraus: Sie warnte früh vor industriell veränderten Fetten, stark erhitzten Ölen und gehärteten Fetten. Heute wissen wir, dass Transfettsäuren und stark verarbeitete Fettprodukte tatsächlich problematisch sind. Budwig hatte also ein Gespür für eine Entwicklung, die später auch die Ernährungswissenschaft beschäftigen sollte.

Leinöl: Was daran biologisch interessant ist

Leinöl ist besonders reich an Alpha-Linolensäure, einer pflanzlichen Omega-3-Fettsäure. Aus ihr kann der Körper in begrenztem Umfang EPA und DHA bilden, also jene Omega-3-Fettsäuren, die vor allem aus Fischöl bekannt sind. Die Umwandlung ist allerdings individuell verschieden und meist nicht besonders hoch.

Dennoch kann Leinöl über mehrere Wege relevant sein:

Es beeinflusst die Fettsäurezusammensetzung von Zellmembranen. Es kann entzündungsmodulierende Effekte haben. Leinsamen enthalten außerdem Lignane, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Gerade bei hormonabhängigen Tumoren wurde deshalb untersucht, ob Leinsamen biologische Marker beeinflussen können.

Eine häufig zitierte Studie untersuchte Männer mit Prostatakrebs vor einer geplanten Prostataoperation. Die Teilnehmer erhielten unter anderem 30 Gramm Leinsamen täglich. Nach durchschnittlich etwa 30 Tagen zeigte sich in den Leinsamen-Gruppen eine signifikant niedrigere Tumorproliferation, gemessen am Marker Ki-67. Das ist ein interessanter Befund, aber kein Beweis dafür, dass Leinsamen oder Leinöl Krebs heilen. Es handelt sich um einen kurzfristigen Biomarker-Effekt vor Operation, nicht um eine Studie zur Heilung fortgeschrittener Tumoren.

Genau hier liegt die saubere Linie: Leinsamen und Leinöl sind ernährungsmedizinisch interessant. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass die Budwig-Diät eine Krebstherapie ersetzt.

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Quark, Schwefelaminosäuren und Molke: Was ist plausibel?

Budwig legte großen Wert auf die Kombination des Leinöls mit Quark oder Hüttenkäse. Sie begründete dies mit schwefelhaltigen Eiweißbestandteilen, vor allem Aminosäuren wie Methionin und Cystein. Diese Stoffe spielen tatsächlich eine Rolle im Schwefelstoffwechsel, bei Glutathion, Entgiftungsreaktionen und Redoxprozessen.

Auch Molkenproteine enthalten bioaktive Bestandteile. In experimentellen Modellen wurden Molkenproteine und einzelne Bestandteile wie Lactoferrin auf immunologische, antimikrobielle und möglicherweise tumorbiologische Effekte untersucht. Der in manchen Budwig-Texten zitierte Tierversuch mit Molkenprotein zeigte bei Ratten eine geringere Entwicklung von Mammatumoren im Vergleich zu einer Casein-Diät. Solche Ergebnisse sind interessant, bleiben aber Tierversuche und lassen sich nicht einfach auf menschliche Krebspatienten übertragen.

Problematisch werden manche populären Budwig-Texte dort, wo sie aus solchen Einzelbefunden große Heilversprechen ableiten. Begriffe wie „Re-Oxygenierung der Zellen“, „Normalisierung des pH-Wertes“ oder „Neutralisierung der Tumormilchsäure“ klingen eindrucksvoll, sind aber in dieser Form biologisch zu grob. Der menschliche Organismus ist kein Aquarium, dessen pH-Wert man mit Quark und Leinöl einfach umstellt.

Was an den populären Budwig-Behauptungen fragwürdig ist

Viele Texte zur Budwig-Diät enthalten Aussagen, die man besser nicht ungeprüft übernehmen sollte.

Dazu gehört etwa die Behauptung, Krebs werde wesentlich durch „Pilze“, „Somatide“, „negative Emotionen“ oder einen gestörten pH-Wert verursacht. Solche Aussagen sind wissenschaftlich nicht belastbar. Auch Empfehlungen wie Champagner bei Schwäche, extreme Diätregeln oder die Aussage, Tumoren würden bei einem Regelverstoß „rasch schlimmer zurückkommen“, gehören nicht in einen seriösen medizinischen Artikel.

Ebenso problematisch ist die Behauptung, die Budwig-Diät sei „die beste Krebsdiät der Welt“ oder könne auch aggressive Tumoren zuverlässig behandeln. Für solche Aussagen gibt es keine robuste klinische Evidenz.

Cancer Research UK schreibt klar, dass es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, die Budwig-Diät als Krebsbehandlung einzusetzen. Auch CAM Cancer kommt zu dem Ergebnis, dass keine klinischen Studien in der peer-reviewten Literatur vorliegen, die die Budwig-Diät als Krebstherapie belegen.

Auch Onkopedia bewertet die Budwig-Diät kritisch und weist darauf hin, dass Budwig zwar hohe Erfolgsraten behauptete, dafür aber keine wissenschaftlichen Belege vorlegte.

Das muss man sagen dürfen. Gerade wenn man Naturheilkunde ernst nimmt.

Warum Budwig trotzdem nicht einfach abgetan werden sollte

Die übliche schulmedizinische Abwehrreaktion lautet oft: „Nicht bewiesen, also Unsinn.“

Das ist zu billig.

Budwig hat wichtige Fragen gestellt: Welche Rolle spielen natürliche Fette? Was passiert mit Zellmembranen bei chronischen Erkrankungen? Wie beeinflussen verarbeitete Fette, erhitzte Öle, Margarine und industrielle Ernährung den Stoffwechsel? Welche Bedeutung haben essentielle Fettsäuren für Zellatmung, Zellkommunikation und Geweberegulation?

Diese Fragen sind heute keineswegs erledigt. Im Gegenteil: Die moderne Krebsforschung beschäftigt sich intensiv mit Tumorstoffwechsel, Lipidmetabolismus, Membranen, Entzündung, Mitochondrien, Immunmilieu und metabolischer Therapie. Das sind keine Randthemen mehr.

Nur muss man Budwig aus dem Heilsversprechen herauslösen und in einen größeren biologischen Zusammenhang stellen.

Ihre Öl-Eiweiß-Kost ist keine bewiesene Krebstherapie. Aber sie ist ein früher ernährungsmedizinischer Versuch, den Krebs nicht nur als Zellmutationsproblem zu betrachten, sondern als Störung von Stoffwechsel, Membranen und Milieu. Genau das macht sie historisch und naturheilkundlich interessant.

Die eigentliche Stärke der Budwig-Kost

Die Stärke der Budwig-Kost liegt weniger in einer magischen Leinöl-Quark-Formel als in ihrer grundsätzlichen Ernährungsrichtung:

Sie verdrängt Zucker, Weißmehl, Fertigprodukte, gehärtete Fette, Wurstwaren und stark verarbeitete Lebensmittel. Sie betont frische Pflanzenkost, hochwertige Fette, naturbelassene Lebensmittel, Ballaststoffe und eine einfache, klare Küche.

Dazu interessant: Zucker und Krebs – Wie Zucker Krebszellen stärkt

Das allein ist schon mehr, als viele sogenannte moderne Ernährungspläne leisten.

Für Krebspatienten kann eine solche Ernährung unterstützend sinnvoll sein, sofern sie individuell angepasst wird und nicht zu Gewichtsverlust, Eiweißmangel oder Mangelernährung führt. Genau hier ist Vorsicht nötig: Viele Krebspatienten haben ohnehin Appetitverlust, Entzündung, Gewichtsabnahme oder Tumorkachexie. Eine zu strenge Diät kann dann schaden.

Darum gehört jede strengere Krebsdiät fachlich begleitet — besonders bei fortgeschrittener Erkrankung, laufender Chemotherapie, Bestrahlung, Operationen, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen.

Was man praktisch aus Budwig lernen kann

Aus Budwig lässt sich einiges mitnehmen, ohne in Heilsversprechen zu verfallen.

Erstens: Fette sind nicht egal.
Die Qualität der Fette beeinflusst Zellmembranen, Entzündung, Signalstoffe und Stoffwechselregulation. Kaltgepresste, frische Öle sind etwas anderes als raffinierte, überhitzte oder gehärtete Industrieprodukte.

Zweitens: Leinöl ist empfindlich.
Es sollte frisch, kaltgepresst, dunkel gelagert und rasch verbraucht werden. Ranziges Leinöl ist kein Heilmittel, sondern oxidativer Ballast.

Drittens: Die Kombination mit Eiweiß ist ernährungsphysiologisch sinnvoll.
Ob man daraus Budwigs gesamte biophysikalische Theorie ableiten kann, ist eine andere Frage. Aber Leinöl mit Quark ist eine einfache Möglichkeit, Omega-3-reiches Öl in eine eiweißhaltige Mahlzeit einzubauen.

Viertens: Krebs braucht eine metabolische Betrachtung.
Insulin, Blutzucker, Entzündung, Körpergewicht, Muskelmasse, Mitochondrien, Mikrobiom und Ernährung sind keine Nebensache. Sie gehören in jedes ernsthafte onkologische Gesamtkonzept.

Fünftens: Naturheilkunde muss ehrlich bleiben.
Eine unterstützende Ernährung kann viel leisten: Stabilisierung, Entzündungsregulation, bessere Verträglichkeit, Stoffwechselordnung, Lebensqualität. Aber wer Heilung verspricht, wo keine belastbaren Daten vorliegen, verlässt den Boden seriöser Medizin.

Mehr zum Thema Ernährung und Krebs: Ernährung und Krebs: 7 Schutzfaktoren gegen Tumoren

Ein einfaches Budwig-Rezept

Eine praktische Grundmischung kann zum Beispiel so aussehen:

2 Esslöffel Magerquark oder Hüttenkäse
1 Esslöffel frisches kaltgepresstes Leinöl
etwas Wasser oder Milch zur besseren Cremigkeit
optional frisch geschrotete Leinsamen, Beeren, geriebener Apfel, Zimt oder Nüsse

Die Mischung sollte gründlich verrührt werden, bis kein Ölfilm mehr sichtbar ist. Sie sollte frisch zubereitet und nicht lange gelagert werden.

Bei empfindlicher Verdauung, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenproblemen, Fettunverträglichkeit oder Übelkeit beginnt man besser mit kleinen Mengen.

Wichtig: Das ist eine Ernährungsergänzung, keine Tumortherapie.

Fazit: Budwig neu einordnen

Johanna Budwig war eine Pionierin der Fettforschung und eine unbequeme Kritikerin industriell veränderter Fette. Ihre Öl-Eiweiß-Kost entstand aus der Vorstellung, dass Krebs mit gestörter Zellatmung, mangelhafter Fettverwertung und geschädigten Zellmembranen zusammenhängt.

Heute wissen wir: Krebs ist tatsächlich mehr als eine Genmutation. Der Tumorstoffwechsel, die Mitochondrien, Entzündungsprozesse, Zellmembranen, Immunantwort und das Gewebemilieu spielen eine erhebliche Rolle. In diesem größeren Bild wirkt Budwigs Ansatz weniger abwegig, als manche Kritiker glauben möchten.

Aber ebenso klar ist: Für die Budwig-Diät als eigenständige Krebstherapie fehlen überzeugende klinische Belege. Einzelne Studien zu Leinsamen, Omega-3-Fettsäuren oder Molkenbestandteilen sind interessant, beweisen aber nicht die Wirksamkeit des gesamten Budwig-Protokolls bei Krebs.

Als „vernünftige / sichere“ Einordnung könnte man daher heute (2026) sicher formulieren:  Budwig ist kein Ersatz für eine notwendige Krebstherapie. Aber ihre Öl-Eiweiß-Kost kann (richtig verstanden und individuell angepasst) Teil einer biologisch orientierten Ernährung sein, die Zellstoffwechsel, Entzündung und Milieu unterstützt.

Mit dieser Aussage kann sicher auch jeder Schulmediziner leben.

Nach dieser „Einordnung“ will ich im Folgenden noch einige kontroverse „Behauptungen“ und Thesen wiedergeben, die ich im Laufe der Jahre rund um die Budwig Diät gehört habe:

Kontroverse Behauptungen rund um die Budwig-Diät

Wer sich mit Johanna Budwig beschäftigt, stößt schnell auf zahlreiche Texte, Erfahrungsberichte und Therapieprogramme, die weit über das hinausgehen, was Budwig selbst ursprünglich mit ihrer Öl-Eiweiß-Kost meinte. Manche dieser Aussagen enthalten interessante Gedanken, andere sind fachlich, bzw. aus heutiger Sicht „schwach“, stark überzogen oder schlicht nicht zu belegen.

Krebs als Pilzerkrankung

In manchen alternativen Texten wird Krebs als reine Pilzerkrankung dargestellt. Dabei ist von „hefeartigen Pilzformen“, „Somatiden“ oder mikrobiellen Entwicklungsformen die Rede, die angeblich Krebszellen entstehen lassen. Da spielt auch viel die Theorie von Prof. Enderlein hinein.

Das gilt offiziell in dieser Allgemeinheit als nicht belegt. Die Schulmedizin gibt zwar heute zu, dass Infektionen bei bestimmten Krebsarten eine Rolle spielen, etwa HPV beim Gebärmutterhalskrebs, Epstein-Barr-Virus bei bestimmten Lymphomen oder Helicobacter pylori beim Magenkrebs. Daraus folgt aber nicht, dass Krebs grundsätzlich eine Pilz- oder Mikrobenkrankheit ist. Oder soll man sagen noch nicht?

Interessant zum Thema Candida Albicans und Krebs: Krebs liebt das saure Milieu – Hilft Natriumbicarbonat (Natron) gegen Krebs?

Krebs durch psychische Traumata 

Ebenfalls häufig findet sich die These, Krebs entstehe durch unterdrückte Wut, Hass, Groll, Trauer oder ungelöste seelische Konflikte.

Klar ist: chronischer Stress, Schlafmangel, Daueranspannung und seelische Belastungen können den Organismus deutlich beeinflussen: Immunsystem, Entzündungsregulation, Hormone, Stoffwechsel und Regeneration reagieren darauf. Aber daraus abzuleiten, bestimmte Gefühle seien die eigentliche Ursache von Krebs, ist aus schulmedizinischer Sicht nicht haltbar.

Man muss auch vorsichtig sein, wie man diese Thematik bei Patienten angeht. Ich halte es aber grundsätzlich für nötig zumindest mit Patienten darüber zu reden, ob eine solche Problematik existiert.

Die Idee einer „Krebspersönlichkeit“

Verwandt damit ist die Vorstellung, es gebe eine typische „Krebspersönlichkeit“: Menschen, die ihre Gefühle unterdrücken, nicht nein sagen können, innerlich erstarren oder den Lebenswillen verlieren.

Solche Modelle waren zeitweise populär, sind aber wissenschaftlich nicht überzeugend belegt. Sie reduzieren eine komplexe Erkrankung auf Charakter, Psyche oder Lebenshaltung. Natürlich kann psychoonkologische Begleitung wertvoll sein, aber diese dient der Unterstützung, nicht der Schuldzuweisung.

Säure Basen Haushalt und „Übersäuerung

Eine weitere verbreitete These lautet: Krebs könne nur in einem sauren Milieu wachsen. Deshalb müsse man den Körper alkalisieren, etwa durch basische Ernährung, Natron oder spezielle Präparate.

Auch hier steckt (mehr als) ein Körnchen Wahrheit in einer starken Behauptung. Tumoren können lokal ein saures Mikromilieu bilden, vor allem durch veränderten Stoffwechsel und Laktatbildung. Das bedeutet aber nicht, dass man den Blut-pH durch Ernährung therapeutisch auf „krebsfeindlich“ verschieben kann. Der Blut-pH wird vom Körper sehr eng reguliert. Eine pflanzenbetonte, mineralstoffreiche Ernährung ist sinnvoll. Aber sie heilt Krebs nicht dadurch, dass sie den Körper „basisch macht“.

„Re-Oxygenierung“ durch Leinöl und Quark

Manche Texte behaupten, die Budwig-Mischung aus Leinöl und Quark könne Krebszellen direkt wieder mit Sauerstoff versorgen und dadurch Mutationen verhindern oder rückgängig machen.

Das ist stark formuliert. Verstanden habe ich den Mechanismus immer noch nicht. Klar ist: Leinöl liefert Alpha-Linolensäure, Quark liefert Eiweiß und schwefelhaltige Aminosäuren. Diese Kombination ist ernährungsphysiologisch sinnvoll. Aber eine direkte Re-Oxygenierung von Tumorzellen?

Die Zellatmung ist ein komplexer Vorgang aus Mitochondrienfunktion, Enzymaktivität, Sauerstoffversorgung, Redoxlage, Membranstruktur und Stoffwechselsteuerung. Das lässt sich nicht auf eine einfache Leinöl-Quark-Formel reduzieren — oder ich habe das noch nicht richtig verstanden.

Rechtsdrehende Milchsäure gegen Tumormilchsäure

In manchen Budwig-nahen Texten wird behauptet, rechtsdrehende Milchsäure aus Molke oder Quark könne die „linksgerichtete“ Milchsäure des Tumors neutralisieren und dadurch das Tumorwachstum bremsen. Es gibt auch entsprechende Präparate…

Das klingt biochemisch elegant, ist aber in dieser therapeutischen Zuspitzung nicht belegt. Tumorlaktat, pH-Regulation und Zellteilung sind erheblich komplexer. Die Vorstellung, man könne Tumormilchsäure durch Milchsäure direkt aus Milchprodukten neutralisieren, ist zu simpel. Aber die Präparate / Ernährung wirken sicher auch noch auf anderem Weg…

Champagner als therapeutische Empfehlung

In einigen alten oder alternativen Budwig-Texten findet sich sogar die Empfehlung, bei sehr geschwächten Krebspatienten Champagner einzusetzen, damit Öl besser aufgenommen werde oder rasch Energie verfügbar sei. Alkohol also als Krebstherapeutikum? Hm… Alkohol ist für mehrere Krebsarten als Risikofaktor anerkannt. Aber vielleicht hat gerade Sekt / Champagner Wirkungen die mir so noch nicht bekannt sind??

Starre Diätregeln und Angst vor Rückfällen

Problematisch sind auch Aussagen, wonach bereits kleine Verstöße gegen die Budwig-Kost (etwa Zucker, Wurstwaren oder „falsche Fette“) ein rasches Wiederaufflammen oder aggressiveres Tumorwachstum auslösen könnten. Ich kann die dazugehörige Theorie verstehen und würde diese selbst bei Krebserkrankungen beachten. Aber ob es direkt wirklich so ist?

Ernährung ist wichtig, keine Frage. Aber solche Drohungen erzeugen Angst und Schuldgefühle. Entscheidend sind langfristige sicher die Muster: Stoffwechsel, Entzündung, Körpergewicht, Muskelmasse, Ernährung, Bewegung, Schlaf und medizinische Behandlung.

Alternative Verfahren als Ersatz für Onkologie

Die Budwig-Kost wird in manchen Programmen zusammen mit Gerson-Therapie, Breuss-Kur, Traubenkur, Natron, Essig, Graviola, Hochdosis-Vitamin-C oder anderen Verfahren als Ersatz für konventionelle Krebstherapie empfohlen.

Ich lasse das mal unkommentiert stehen. Die Schulmedizin sieht das völlig anders.

Molke, Lactoferrin und Immunstimulation

Molke und einzelne Bestandteile wie Lactoferrin werden in manchen Texten als stark krebshemmend dargestellt.

Tatsächlich gibt es interessante experimentelle Daten zu Molkenproteinen, Lactoferrin, Immunmodulation und antimikrobiellen Effekten. Aber Zellkultur- und Tierversuche sind keine klinischen Heilungsbeweise. Daraus eine Krebstherapie abzuleiten, wäre voreilig.

Meine Einordnung

Ich halte es für falsch, Johanna Budwig pauschal als „Quacksalberin“ abzutun. Dafür war ihre Arbeit zur Fettchemie, zur Qualität natürlicher Öle und zur Bedeutung von Zellmembranen zu interessant.

Ebenso falsch wäre es aber, jede Behauptung aus der Budwig-Szene ungeprüft zu übernehmen.

Die vernünftige Position liegt wahrscheinlich dazwischen:

Die Budwig-Kost ist als ernährungsmedizinischer Ansatz interessant. Sie passt zu einer biologischen Sicht auf Zellmembranen, Fettsäuren, Entzündung, Stoffwechsel und Tumormilieu. Aber sie ist keine bewiesene alleinige Krebstherapie.

Gerade deshalb sollte man sie nüchtern betrachten: ohne Spott, ohne Heiligsprechung, ohne Wunderparolen. Ihre Stärken liegen in der Betonung naturbelassener Lebensmittel, hochwertiger Fette und einer stoffwechselorientierten Ernährung. Ihre Schwächen liegen dort, wo aus plausibler Biochemie therapeutische Gewissheiten gemacht werden.

Beitragsbild: 123rf.com – Aliaksei Marozau

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Im menschlichen Körper spielt Phasentrennung eine wichtige Rolle bei vielen Prozessen.

Hierzu müssen wir kurz schauen, was das eigentlich ist:

Die Phasentrennung ist ein Prozess in der Biologie und Chemie, bei dem sich unterschiedliche Bestandteile einer Lösung in separate Phasen aufteilen. Im Kontext des menschlichen Körpers und der Zellbiologie bezieht sich die Phasentrennung auf die Art und Weise, wie bestimmte Moleküle oder Proteine sich innerhalb der Zelle in verschiedenen Bereichen oder „Kompartimenten“ konzentrieren, ohne durch eine Membran getrennt zu sein.

Phasentrennung tritt auf, wenn sich bestimmte Proteine und Moleküle in der Zelle zu kleinen, dichten Bereichen oder „Tröpfchen“ zusammenlagern. Diese Tröpfchen sind von ihrer Umgebung chemisch oder physikalisch unterschiedlich, obwohl sie nicht durch eine Membran voneinander getrennt sind. Hört sich blöd an, ist aber ziemlich einfach: Diese Tröpfchen verhalten sich wie flüssige Tröpfchen in einer anderen Flüssigkeit und können schnell und dynamisch aufgelöst und neu gebildet werden.

Bedeutung im Körper: Die Phasentrennung hilft dabei, die Zellprozesse effizient zu organisieren, indem sie Reaktionen in bestimmten Bereichen der Zelle lokalisiert. Sie ermöglicht es der Zelle, auf Veränderungen in der Umgebung schnell zu reagieren, indem sie Moleküle und Proteine schnell zusammenbringt oder trennt.

Und jetzt kommen die (möglichen) Probleme:

Dieser Prozess der Phasentrennung braucht ausreichend ATP (=Energie!), um die Kompartimentierung und den Abbau von Organellen ohne Membran zu ermöglichen [1-5].

Krebs ist (auch) eine Krankheit, die durch gestörte Phasentrennung gefördert wird [2]. Eine neue Studie hat herausgefunden, dass eine Störung der Phasentrennung im Dickdarm die Hauptursache für Darmkrebs ist:  https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38811444/ [6].

Aber wie genau passiert das?

Die Forscher haben Folgendes herausgefunden:

Im Abstract der Studie lesen wir:

Generell verkürzte 3′-UTR aufgrund alternativer Polyadenylierung (APA) wird häufig bei Krebs beobachtet, aber ihre Regulationsmechanismen für Krebs sind nicht gut charakterisiert. Hier, mit Profilierung von APA in Darmkrebs-Gewebe und Poly (A) Signal Bearbeitung, wir zunächst identifiziert, dass die verkürzte 3′ UTR von CTNNIBP1 in Darmkrebs fördert die Zellproliferation und Migration. Wir fanden heraus, dass die Flüssig-Flüssig-Phasen-Trennung (LLPS) von PABPN1 reduziert ist, wenn auch mit höherer Expression bei Krebs, und die Reduzierung der LLPS führt zu der verkürzten 3′-UTR von CTNNBIP1 und fördert die Zellproliferation und Migration. Der Spleißfaktor SNRPD2, der bei Darmkrebs hochreguliert ist, kann mit der Glutamat-Prolin-Domäne (EP) von PABPN1 interagieren und dann die LLPS von PABPN1 unterbrechen, was die Unterdrückungswirkung von PABPN1 auf die proximalen Poly(A)-Stellen abschwächt. Unsere Ergebnisse zeigen erstmals einen neuen Mechanismus zur Regulierung von APA durch Unterbrechung von LLPS von PABPN1, was darauf hindeutet, dass die Regulierung von APA durch Störung von LLPS des 3′-Endverarbeitungsfaktors das Potenzial für einen neuen Weg zur Behandlung von Krebs haben kann.

Ja, ich musste das auch zwei Mal lesen…

Jetzt wird es aber spannend:

Es wird „vermutet“, dass hochdosiertes Melatonin die Phasentrennung von PABPN1 normalisieren könnte, sodass es seine krebshemmenden Eigenschaften zurückgewinnt. Melatonin unterstützt das Haarwachstum durch Förderung des Wnt/β-Catenin-Signalwegs, welcher ebenfalls Phasentrennung durchläuft. Daher könnte die Regulierung der Phasentrennung durch Melatonin die Verkürzung der 3′ UTR von β-Catenin verhindern.

Das alles ist gar nicht so neu. Denn in der Naturheilkunde wissen wir längst, dass Schlaf eines der wichtigsten Regenerationsmittel ist – wenn nicht sogar DAS Wichtigste. Ausführlich dazu habe ich in folgenden Beiträgen geschrieben:

Quellen:

[1] Loh, D.; Reiter, R. J. Melatonin: Regulation of Biomolecular Condensates in Neurodegenerative Disorders. Antioxidants (Basel) 2021, 10 (9). https://doi.org/10.3390/antiox10091483.
[2] Loh, D.; Reiter, R.J. Melatonin: Regulation of Prion Protein Phase Separation in Cancer Multidrug Resistance. Molecules 2022, 27, 705. https://doi.org/10.3390/molecules27030705
[3] Loh, D.; Reiter, R. J. Melatonin: Regulation of Viral Phase Separation and Epitranscriptomics in Post-Acute Sequelae of COVID-19. Int. J. Mol. Sci. 2022, 23 (15), 8122. https://doi.org/10.3390/ijms23158122.
[4] Loh, D.; Reiter, R.J. Light, Water, and Melatonin: The Synergistic Regulation of Phase Separation in Dementia. Int. J. Mol. Sci. 2023, 24, 5835. https://doi.org/10.3390/ijms24065835
[5] Doris Loh, Russel J. Reiter. (2024). [Review Article] Melatonin, ATP, and Cataracts: The Two Faces of Crystallin Phase Separation. Qeios. doi:10.32388/D09YND.
[6] Hu Z, Li M, Chen Y, et al. Disruption of PABPN1 phase separation by SNRPD2 drives colorectal cancer cell proliferation and migration through promoting alternative polyadenylation of CTNNBIP1. Sci China Life Sci. 2024;67(6):1212-1225.
[7] Mayr, Christine, and David P. Bartel. „Widespread shortening of 3′ UTRs by alternative cleavage and polyadenylation activates oncogenes in cancer cells.“ Cell 138.4 (2009): 673-684.
[8] Li, Li, et al. „3′ UTR shortening identifies high-risk cancers with targeted dysregulation of the ceRNA network.“ Scientific reports 4.1 (2014): 5406.
[9] Lembo, Antonio, Ferdinando Di Cunto, and Paolo Provero. „Shortening of 3′ UTRs correlates with poor prognosis in breast and lung cancer.“ PloS one 7.2 (2012): e31129.
[10] Wang, Qing-hua, et al. „PABPN1 functions as a predictive biomarker in colorectal carcinoma.“ Molecular Biology Reports 51.1 (2024): 40.
[11] Sáez-Martínez, Prudencio, et al. „Dysregulation of RNA-Exosome machinery is directly linked to major cancer hallmarks in prostate cancer: Oncogenic role of PABPN1.“ Cancer Letters 584 (2024): 216604.
[12] Chen, Liang, et al. „PABPN1 regulates mRNA alternative polyadenylation to inhibit bladder cancer progression.“ Cell & Bioscience 13.1 (2023): 45.
[13] Wang, Lei, et al. „Dissecting the heterogeneity of the alternative polyadenylation profiles in triple-negative breast cancers.“ Theranostics 10.23 (2020): 10531.

 

 

Seit Mitte der Sechziger Jahre sind über 75.000 neue Chemikalien entwickelt worden. Laut Angabe des FDA lassen sich aktuell davon etwa 300 in Nachrungsmitteln, 700 in unserem Trinkwasser und 884 in unseren Pflegeprodukten finden, die zugelassen sind. Wissenschaftler sind der Meingung, dass es eine Korrelation zwischen der Menge an Chemikalien und dem Anstieg an Krebserkrankungen gibt.

Aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen lässt sich sagen, dass über 80% der Krebserkrankungen aufgrund von Einflüssen aus der Umwelt ausbrechen (Krebsrisiko). Die wenigsten Erkrankungen sind auf genetische Veranlagung zurück zu führen. Krebs gilt auch als ein Ergebnis von Giften, die unseren Körper täglich angreifen und Krebs verursachen: auch Karzinogene genannt.

Grundsätzlich werden Karzinogene als Stoffe definiert, die Krebs auslösen können (sog. Krebsauslöser). Hierbei wir in drei Stufen unterschieden. Die ersten beiden Stufen werden als giftig angesehen, die dritte Stufe nur als gesundheitsschädigend.

Karzinogene der ersten Stufe gelten als krebserzeugend und es wurden signifikante Zusammenhänge zwischen dem Kontakt mit dem Stoff und der Erkrankung nachgewiesen. Zu diesen Stoffen gehören Benzol oder Asbest.

Karzinogene der zweiten Stufe unterliegen der Annahme, dass sie krebserzeugend sind. Hierzu gehören vor allem Langzeituntersuchungen, auf die diese Annahme begründet wird. In diese Gruppe der Karzinogene gehören Mittel wie Rohöl, Ottokraftstoff oder Acrylamid.

Karzinogene der dritten Stufe geben „nur“ Anlass zur Besorgnis, man hat jedoch noch keine ausreichenden Studien zu ihrer krebserzeugenden Wirkung gemacht. In diese Gruppe gehören z.B. Heizöl, Nickel, Ozon oder Formaldehyd.

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Im Folgenden eine Liste der häufigsten bekannten Karzinogene:

Die Reihenfolge der Substanzen in dieser Liste hat keine Bedeutung. Ich zähle die Substanzen auf, wie ich diese in Erinnerung habe.

1. Tabakrauch und Lungenkrebs
Eine der am besten dokumentierten Zusammenhänge zwischen Karzinogenen und Krebs betrifft den Tabakrauch und Lungenkrebs. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Rauchen das Risiko für Lungenkrebs signifikant erhöht. Eine besonders umfassende Metaanalyse aus dem Jahr 2018, veröffentlicht in der Zeitschrift „The Lancet,“ ergab, dass Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein über 20-fach höheres Risiko für Lungenkrebs haben. Tipps zum Aufkören mit dem Rauchen finden Sie in meinem Beitrag: https://www.naturheilt.com/rauchen/

2. Alkoholkonsum und Krebs
Der Konsum von Alkohol wurde ebenfalls mit verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht, darunter Brustkrebs, Mundhöhlenkrebs und Speiseröhrenkrebs. Eine umfassende Studie, die im „Journal of Clinical Oncology“ im Jahr 2019 veröffentlicht wurde, analysierte Daten von über 360.000 Teilnehmern und fand heraus, dass selbst moderater Alkoholkonsum das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen kann.

3. Luftverschmutzung und Krebs
Die Exposition gegenüber Luftschadstoffen, insbesondere Feinstaub (PM2,5) und flüchtige organische Verbindungen (VOCs), wurde in mehreren Studien mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Eine Studie aus dem Jahr 2019, veröffentlicht in „Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention,“ zeigte, dass Menschen, die in Regionen mit hoher Luftverschmutzung leben, ein höheres Risiko für Lungenkrebs und andere Krebsarten haben.

4. Pestizide und Krebs
Die Exposition gegenüber Pestiziden ist ein weiterer Bereich intensiver Forschung. Eine Untersuchung, die 2020 im „International Journal of Cancer“ veröffentlicht wurde, ergab, dass Landwirte, die Pestiziden ausgesetzt sind, ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten, einschließlich Non-Hodgkin-Lymphom und Prostatakrebs, aufweisen. Auf einzelene Pestizide (Glyphosat usw.), gehe ich weiter unten noch ein. Hier „oben“ nur die allgemeine Erwähnung, weil es ein wichtiges Thema ist.

5. Ernährungsfaktoren und Krebs
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine Ernährung, die reich an rotem Fleisch, verarbeiteten Lebensmitteln und Zucker ist, das Krebsrisiko erhöhen kann. Umgekehrt kann eine Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und Ballaststoffen ist, das Risiko für bestimmte Krebsarten verringern. Eine Studie aus dem Jahr 2021, veröffentlicht in „Cancer Research,“ unterstreicht die Bedeutung einer gesunden Ernährung bei der Krebsprävention.

6. Berufliche Exposition und Krebs
Menschen, die bestimmten Berufen nachgehen, sind oft stärkeren Karzinogenen ausgesetzt. Eine umfangreiche Analyse von berufsbedingten Expositionen und Krebsrisiken, die in der Zeitschrift „Occupational and Environmental Medicine“ im Jahr 2020 veröffentlicht wurde, zeigte signifikante Zusammenhänge zwischen bestimmten Berufen und einem erhöhten Krebsrisiko, insbesondere bei Arbeitern in der chemischen Industrie und der Bauwirtschaft.

7. Asbest
Asbest ist ein bekanntes Karzinogen und wurde mit einer erhöhten Rate von Lungenkrebs, Mesotheliom (eine seltene Krebsart, die die Membranen um die Lunge und den Bauch betrifft) und anderen Krebsarten in Verbindung gebracht. Die Exposition gegenüber Asbestfasern, die in der Bau- und Schiffsindustrie sowie in älteren Gebäuden vorkommen können, ist besonders gefährlich.

8. UV-Strahlung
Ultraviolette (UV) Strahlung von der Sonne und künstlichen Quellen wie Sonnenbänken ist ein bekannter Risikofaktor für Hautkrebs, einschließlich Melanom, Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom. Schutz vor übermäßiger Sonnenexposition und regelmäßige Hautuntersuchungen sind wichtig, um das Hautkrebsrisiko zu minimieren.

9. Ionisierende Strahlung
Strahlung aus ionisierenden Quellen wie Röntgenstrahlen und radioaktive Materialien kann das Krebsrisiko erhöhen. Berufliche Strahlenexposition, medizinische Strahlenbehandlungen und nukleare Unfälle sind Beispiele für Situationen, in denen die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung auftreten kann.

10. Benzol
Benzol ist eine Chemikalie, die in verschiedenen Industriezweigen verwendet wird, einschließlich der Petrochemie. Es wurde mit Leukämie, insbesondere akuter myeloischer Leukämie (AML), in Verbindung gebracht. Die Exposition gegenüber Benzol kann durch Arbeitsplatzsicherheitsmaßnahmen minimiert werden.

11. Arzneimittel
Einige Arzneimittel wurden mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Zum Beispiel wurden bestimmte Hormontherapien, die zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt werden, mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutter- und Eierstockkrebs in Verbindung gebracht. Die Langzeitanwendung von nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAIDs) kann auch das Risiko für Magenkrebs erhöhen.

12. Elektromagnetische Felder (EMF)
Es gibt Untersuchungen darüber, ob die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern, wie sie von Mobiltelefonen und Hochspannungsleitungen erzeugt werden, das Krebsrisiko beeinflussen kann. Vor allem dieses Thema ist für viele Menschen eine Überraschung. Die Mobilfunkindustrie versucht das natürlich zu beeinflussen – und so findet man auch eine „andere“ Studienlage; klar. In meinem Beitrag zum Thema behandle ich die negativen Auswirkungen der EMF ausführlich: https://naturheilt.com/blog/elektromagnetische-felder-handy-industrie/

13. Hormonelle Faktoren
Bestimmte hormonelle Faktoren können das Krebsrisiko beeinflussen. Zum Beispiel wurde eine Langzeitanwendung von Hormonersatztherapie bei Frauen nach den Wechseljahren mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs in Verbindung gebracht. Auch hohe Konzentrationen von endogenen Hormonen, wie Östrogen, können das Brustkrebsrisiko erhöhen. Mehr dazu in meinem Beitrag: Wie Frauen mit Hormonen “abgefüttert” werden und was jede Frau zur Hormonersatz-Therapie wissen sollte!

14. Schwermetalle
Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber sind bekanntermaßen toxisch und wurden mit verschiedenen Krebsarten, einschließlich Lungenkrebs und Nierenkrebs, in Verbindung gebracht. Die Exposition gegenüber Schwermetallen kann durch Umweltverschmutzung, Berufe oder Verzehr kontaminierter Lebensmittel auftreten.

Hier eine Liste der Schwermetalle: https://www.naturheilt.com/liste-schwermetalle/

Hier ein Beitrag, wie man das Zeug wieder aus dem Körper bekommen kann: https://www.gesund-heilfasten.de/schwermetalle-entgiftung/

Ene Sache die viele Krebspatienten betrifft: Tote Zähne. Dazu mehr hier im Beitrag auf „Hoffnung bei Krebs“: https://www.hoffnung-bei-krebs.com/tote-zaehne-schwermetalle/

15. Infektionen
Einige Infektionen können das Krebsrisiko erhöhen. Zum Beispiel ist das humane Papillomavirus (HPV) ein bekannter Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Das Hepatitis-B-Virus und das Hepatitis-C-Virus erhöhen das Risiko für Leberkrebs. Die Prävention und Behandlung von Infektionen kann dazu beitragen, das Krebsrisiko zu reduzieren.

Die Sache mit den Infektionen, bzw. „Krebserregern“ wurde von „Alternativen Mediziner“ immer wieder postuliert und vermutet. Diese wurden seitens der Schulmedizin als lächerlich dargestellt – heute würde man sagen „fake news“ und diese Mediziner als „Schwurbler“ bezeichnen und mit angeblichen „Faktenchecks“ überziehen. Als Beispiel wie ich hier nur mal Dr. Alfons Weber anführen oder die Parasitentheorie von Tamara Lebedewa.

16. Hormonelle Verhütungsmittel
Die Verwendung hormoneller Verhütungsmittel, insbesondere der oralen Kontrazeptiva, kann das Risiko für bestimmte Krebsarten leicht erhöhen. Einige Studien haben eine geringfügige Erhöhung des Brustkrebsrisikos bei Frauen gezeigt, die orale Kontrazeptiva verwenden. Klar: dieses Risiko im Vergleich zu anderen Faktoren relativ geringer, dafür wartet die Pille mit weiteren „Nebenwirkungen“ auf, siehe hierzu meine Beiträge:

Antibabypille und noch mehr Nebenwirkungen?

Tod und lebenslange Behinderung durch „die Pille“ – Der Skandal und wie Opfer um Entschädigung kämpfen

17. Umweltgifte
Die Exposition gegenüber Umweltgiften wie polychlorierte Biphenyle (PCBs), Dioxinen und Furane kann mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden. Diese Chemikalien können in der Umwelt, in Lebensmitteln und in der Industrie vorkommen.

18. Diethylstilbestrol (DES)
DES war ein synthetisches Östrogen, das in der Vergangenheit schwangeren Frauen verschrieben wurde, um Fehlgeburten zu verhindern. Es stellte sich später heraus, dass DES das Krebsrisiko bei den Töchtern dieser Frauen erhöhte, insbesondere das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und seltene vaginale Krebsarten.

19. Hormonelle Störstoffe
Chemikalien, die als endokrine Disruptoren wirken, können das Krebsrisiko beeinflussen, indem sie hormonelle Ungleichgewichte verursachen. Beispiele für solche Stoffe sind Bisphenol A (BPA), das in Plastikprodukten vorkommt, und bestimmte Pestizide. Diese Substanzen können mit dem endokrinen System interagieren und das Risiko für hormonabhängige Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs erhöhen. Zu diesen Weichmachern habe ich hier mehr berichtet: Weichmacher: Eine Belastung – aber wir müssen mit diesem “Dreck” leben

20. Formaldehyd
Formaldehyd ist eine Chemikalie, die in der Herstellung von Baustoffen, Möbeln und Haushaltsprodukten vorkommt. Es wurde mit einem erhöhten Risiko für Nasen- und Rachenkrebs in Verbindung gebracht. Menschen können Formaldehyd auch durch das Einatmen von Tabakrauch ausgesetzt sein.

21. Arsen
Arsen ist ein natürlich vorkommendes Element, das in einigen Regionen in Trinkwasser vorkommen kann. Chronische Arsenexposition durch Trinkwasser wurde mit einem erhöhten Risiko für Haut-, Blasen- und Lungenkrebs in Verbindung gebracht.

22. Dieselabgase
Die Exposition gegenüber Dieselabgasen, die von Dieselfahrzeugen emittiert werden, wurde mit Lungenkrebs in Verbindung gebracht. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Dieselabgase als „karzinogen für den Menschen“ eingestuft.

23. Glyphosat
Glyphosat ist ein weit verbreitetes Herbizid und Hauptbestandteil von Roundup, einem häufig verwendeten Unkrautvernichtungsmittel. Die Diskussion über die möglichen krebserregenden Eigenschaften von Glyphosat ist umstritten. Die IARC hat es als „wahrscheinlich karzinogen für den Menschen“ eingestuft, während andere wissenschaftliche Bewertungsstellen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen gekommen sind. Die Diskussion zum Glyphosat ist umfassend – aber ich halte es für einen der fünf wichtigsten „Vergifter“ unserer Zeit. In zwei Beiträgen bin ich umfassend auf das Glyphosat eingegangen:

24. Ionisierende Strahlung aus medizinischen Untersuchungen
Medizinische Untersuchungen wie Röntgenuntersuchungen und Computertomographien (CT) verwenden ionisierende Strahlung. Während diese Untersuchungen wichtig für die Diagnose und Überwachung von Gesundheitszuständen sind, kann eine übermäßige Exposition im Laufe der Zeit das Krebsrisiko leicht erhöhen. Daher ist es wichtig, medizinische Strahlungsdosen zu minimieren und nur dann durchzuführen, wenn medizinisch notwendig.

25. Hormonelle Lebensmittelzusatzstoffe
Bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe, wie Hormone in der Tierproduktion (z.B. Wachstumshormone und Steroide), können in Lebensmitteln vorkommen und das Krebsrisiko beeinflussen, wenn sie in großen Mengen konsumiert werden. Die Verwendung von hormonellen Zusatzstoffen in der Lebensmittelproduktion ist in vielen Ländern geregelt.

26. Hormonersatztherapie (HRT)
Hormone hatten wir zwar schon, aber hier nochmal explizit die HRT. Die Langzeitanwendung von Hormonersatztherapie bei postmenopausalen Frauen wurde mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs in Verbindung gebracht. Die Entscheidung zur Verwendung von HRT sollte individuell getroffen werden, unter Berücksichtigung der potenziellen Vor- und Nachteile.

27. Aflatoxine
Aflatoxine sind Toxine, die von bestimmten Schimmelpilzen in Lebensmitteln wie Erdnüssen, Mais und Reis produziert werden können. Sie wurden mit Leberkrebs in Verbindung gebracht und stellen insbesondere in Regionen mit unzureichender Lebensmittelsicherheit ein Risiko dar. Deswegen mein Rat: keinerlei Erdnüsse essen – das Allergiepotenzial ist zu hoch. Und den Reis immer gut waschen, vor allem auch wegen des Arsengehalts.

28. Benzpyren
Benzpyren ist eine Verbindung, die bei der Verbrennung von organischen Materialien wie Tabak, Holz und fossilen Brennstoffen freigesetzt wird. Es wurde mit Lungenkrebs und anderen Krebsarten in Verbindung gebracht, insbesondere wenn es eingeatmet wird.

29. Radon
Radon ist ein radioaktives Gas, das aus dem Zerfall von Uran im Boden und Gestein entsteht. Wenn Radon in Gebäuden eindringt und sich ansammelt, kann es das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Radonmessungen und -sanierungen können dazu beitragen, die Exposition zu reduzieren.

30. Pestizidrückstände in Lebensmitteln
Der Konsum von Lebensmitteln, die Pestizidrückstände enthalten, kann mit einem leicht erhöhten Krebsrisiko in Verbindung stehen. Eine gründliche Reinigung und das Schälen von Obst und Gemüse können die Exposition reduzieren.

31. Rauchloses Tabakprodukte
Rauchloses Tabakprodukte wie Kautabak und Schnupftabak können das Risiko für Mundhöhlenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen. Diese Produkte sind nicht sicherer als das Rauchen von Zigaretten.

32. Formaldehydabgabe aus Möbeln und Baumaterialien
Formaldehyd kann aus bestimmten Möbeln, Baustoffen und Dämmmaterialien freigesetzt werden. Die Exposition gegenüber erhöhten Formaldehydkonzentrationen kann das Risiko für Nasen- und Rachenkrebs erhöhen.

33. Schimmel und Mykotoxine
Schimmel im Essen (Aflatoxine) hatten wir schon. Schimmel in Innenräumen kann Mykotoxine produzieren, die mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen, einschließlich Krebs, in Verbindung gebracht wurden. Eine gute Belüftung und Schimmelprävention sind wichtig. Zur Sanierung und weiteren Tipps siehe die Webseite: https://schimmel-ratgeber.de/

34. Hormonelle Umweltverschmutzung
Endokrine Disruptoren, die in der Umwelt Vorkommen, können hormonelle Störungen verursachen und das Krebsrisiko erhöhen. Diese Chemikalien, die in Pestiziden, Plastikprodukten, Kosmetika und Haushaltsreinigern enthalten sein können, können das endokrine System beeinflussen und zu hormonabhängigen Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs beitragen.

35. Ionisierende Strahlung aus kosmischen Quellen
Die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung aus dem Weltraum, insbesondere bei Astronauten und Flugpersonal, kann das Krebsrisiko erhöhen. Kosmische Strahlung ist eine natürliche Quelle ionisierender Strahlung, die auf der Erde von der Atmosphäre abgeschirmt wird.

36. Elektronische Zigaretten (E-Zigaretten)
Die Langzeitwirkungen des Konsums von E-Zigaretten auf die Gesundheit sind noch nicht vollständig verstanden. Einige Untersuchungen haben gezeigt, dass E-Zigaretten mit einer erhöhten Rate von Atemwegserkrankungen und möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs in Verbindung stehen könnten.

37. Schwermetalle in Kosmetika
Einige kosmetische Produkte können Spuren von Schwermetallen wie Blei, Quecksilber und Arsen enthalten. Bei längerer Anwendung können diese Schwermetalle im Körper akkumulieren und das Krebsrisiko erhöhen. Lesen Sie hierzu auch den Testbericht zu Kosmetika.

38. Hormonelle Verunreinigungen in Lebensmitteln
Die Verwendung von Wachstumshormonen und Steroiden in der Tierproduktion kann Spuren hormoneller Verbindungen in Fleisch und Milchprodukten hinterlassen. Der Konsum von solchen Lebensmitteln könnte das Krebsrisiko beeinflussen.

39. Exposition gegenüber industriellen Chemikalien
Die Exposition gegenüber bestimmten industriellen Chemikalien, die in der Produktion und Verarbeitung verwendet werden, kann das Krebsrisiko erhöhen. Dies betrifft insbesondere Arbeitsplätze in der Chemie- und Metallindustrie.

40. Nanopartikel
Nanopartikel, die in verschiedenen Produkten und Anwendungen eingesetzt werden, können potenziell Karzinogene sein, wenn sie in die Lunge oder den Körper gelangen. Die Auswirkungen von Nanopartikeln auf die Gesundheit werden noch erforscht.

41. Holzstaub
Die Exposition gegenüber Holzstaub, insbesondere in bestimmten Berufen wie der Holzverarbeitung oder Möbelherstellung, kann das Risiko für Nasen- und Nasennebenhöhlenkrebs erhöhen. Dies ist auf Karzinogene im Holzstaub zurückzuführen.

42. Chemotherapie und Strahlentherapie
Ironischerweise können einige der therapeutischen Maßnahmen zur Behandlung von Krebs, wie Chemotherapie und Strahlentherapie, selbst das Risiko für sekundäre Krebserkrankungen erhöhen. Dies ist ein komplexes Thema, da diese Behandlungen notwendig sind, um den primären Krebs zu behandeln, aber sie können das Risiko für bestimmte Sekundärkrebsarten erhöhen. Ich hatte hier vor Jahren bereits berichtet: https://naturheilt.com/blog/wenn-krebsmittel-krebs-erzeugen/

43. Erweiterte Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs)
PAKs sind Verbindungen, die bei der Verbrennung von organischen Materialien, einschließlich fossilen Brennstoffen und Tabakrauch, entstehen. Einige PAKs wurden als Karzinogene identifiziert und mit Lungenkrebs in Verbindung gebracht.

44. Exposition gegenüber infektiösen Organismen
Bestimmte Infektionen, wie das humane Immundefizienzvirus (HIV) und das Epstein-Barr-Virus (EBV), wurden mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten, einschließlich Kaposi-Sarkom und Burkitt-Lymphom, in Verbindung gebracht. Die Borreliose will ich ebenfalls erwähnen, obwohl es dazu meines Wissens kaum Studien gibt. Ich kann nur raten sich mit der Borreliose zu beschäftigen, siehe: Borreliose – Die naturheilkundliche und alternative Therapie.

45. Aspartam
Aspartam ist ein künstlicher Süßstoff, der in vielen Diät- und Light-Produkten verwendet wird. Es gab einige kontroverse Diskussionen über mögliche Zusammenhänge zwischen Aspartam und verschiedenen Krebsarten, aber so richtig „offiziell“ ist es nicht, dass Aspartam karzigen ist. Ich würde Zeug jedenfalls nicht anrühren: Krank durch Süßstoff Aspartam? Wie es wirkt und warum ich das Zeug nicht anrühre

46. Nanomaterialien
Die Verwendung von Nanomaterialien in einer Vielzahl von Anwendungen, von Lebensmitteln bis hin zu Medikamenten, hat Fragen bezüglich der potenziellen Gesundheitsrisiken aufgeworfen. Einige Studien haben darauf hingewiesen, dass bestimmte Nanopartikel Krebs verursachen könnten, aber die Forschung steht noch am Anfang. Auf der Webseite: https://cc-nanochem.de/ finden Sie einige Beiträge zur Problematik der Nanotechnologie.

47. Nitrosamine
Nitrosamine sind chemische Verbindungen, die in bestimmten Lebensmitteln und Tabakrauch vorkommen können. Sie wurden mit einer erhöhten Rate von Magen- und Speiseröhrenkrebs sowie Blasenkrebs in Verbindung gebracht.

Studie: Eine Studie, veröffentlicht in „Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention“ im Jahr 2019, untersuchte die Beziehung zwischen der Aufnahme von Nitrosaminen und dem Risiko für Magenkrebs.

48. Polychlorierte Biphenyle (PCBs)
PCBs sind chlorierte organische Verbindungen, die in der Elektronikindustrie, als Kühlmittel und in Farben verwendet wurden. Sie wurden mit einer erhöhten Rate von Leberkrebs und anderen Krebsarten in Verbindung gebracht.

Studie: Eine umfangreiche Metaanalyse, veröffentlicht in „Environmental Health Perspectives“ im Jahr 2016, bewertete die Krebsrisiken von PCB-Exposition und fand signifikante Zusammenhänge.

49. Haushaltsreinigungsprodukte
Bestimmte Chemikalien in Haushaltsreinigungsprodukten können flüchtige organische Verbindungen (VOCs) freisetzen und wurden mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs bei Reinigungskräften in Verbindung gebracht.

Studie: Eine Studie, veröffentlicht in „Occupational and Environmental Medicine“ im Jahr 2018, analysierte das Krebsrisiko bei Reinigungskräften, die beruflich Reinigungsmittel verwendeten.

50. Nanopartikel in Sonnenschutzmitteln
Während Sonnenschutzmittel wichtig für den Schutz vor Hautkrebs sind, gibt es Diskussionen über mögliche Risiken im Zusammenhang mit Nanopartikeln in einigen Formulierungen. Sonnencreme die ich nehmen würde, habe ich hier beschrieben: Sonnencreme und Sonnenmilch – das meiste Zeug würde ich mir nicht auf die Haut schmieren! Worauf Sie achten sollten!

Studie: Forscher haben mehrere Studien durchgeführt, um die Sicherheit von Nanopartikeln in Sonnenschutzmitteln zu bewerten. Die meisten Studien haben jedoch keine überzeugenden Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit Nanopartikeln erbracht.

51. Hormonelle Lebensmittelzusatzstoffe (z. B. Rindergrowthormone)
Die Verwendung von Hormonen in der Tierproduktion kann dazu führen, dass Hormonrückstände in Fleisch und Milchprodukten gefunden werden, was Fragen über mögliche Auswirkungen auf das Krebsrisiko aufwirft.

Studie: Es gibt kontinuierliche Untersuchungen über die Auswirkungen von hormonellen Lebensmittelzusatzstoffen auf die Gesundheit. Einige Studien haben auf mögliche Zusammenhänge zwischen hormonellen Lebensmittelzusatzstoffen und Brustkrebs hingewiesen.

52. Aluminium
Aluminium ist ein weit verbreitetes Metall, das in vielen Produkten, einschließlich Lebensmittelverpackungen und Deodorants, vorkommt. Es gab Untersuchungen zu möglichen Zusammenhängen zwischen Aluminiumexposition und Brustkrebs sowie Alzheimer-Krankheit.

Studie: Eine Studie, veröffentlicht in „Critical Reviews in Toxicology“ im Jahr 2014, fasste die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse über Aluminium zusammen und kam zu dem Schluss, dass es keine klaren Beweise für eine erhöhte Krebsgefahr durch Aluminiumexposition gibt.

Ausführlich zum Aluminium und auch dessen Ausleitung: Aluminium – Das Problem und die Entgiftung

53. Medikamente zur Immunsuppression
Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems werden nach Organtransplantationen und zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Diese Medikamente können das Risiko für bestimmte Krebsarten, insbesondere Lymphome und Hautkrebs, erhöhen.

Studie: Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die Immunsuppressiva einnehmen, ein erhöhtes Krebsrisiko haben können. Diese Erkenntnisse sind wichtig, um die Vorteile der Transplantation und der Immunsuppression gegenüber den Risiken abzuwägen.

54. Exposition gegenüber chemischen Dämpfen am Arbeitsplatz
Verschiedene Arbeitsplätze können Mitarbeiter chemischen Dämpfen aussetzen, die das Krebsrisiko erhöhen können. Dies kann in der Chemieindustrie, der Druckindustrie und anderen Berufen vorkommen.

Studie: Mehrere Studien haben die Zusammenhänge zwischen beruflicher Exposition gegenüber chemischen Dämpfen und einem erhöhten Krebsrisiko untersucht. Dies hat zur Entwicklung von Sicherheitsrichtlinien und -vorschriften geführt, um die Exposition zu minimieren.

55. Nachtarbeit und Schichtarbeit
Die regelmäßige Arbeit während der Nacht oder in Schichten kann das Schlafmuster und den biologischen Rhythmus stören, was mit einem leicht erhöhten Risiko für Brustkrebs in Verbindung gebracht wurde.

Studie: Eine Metaanalyse von Studien, die im „European Journal of Epidemiology“ im Jahr 2015 veröffentlicht wurde, zeigte eine leichte Erhöhung des Brustkrebsrisikos bei Frauen, die Nachtarbeit oder Schichtarbeit ausüben.

56. Innenraumluftverschmutzung
Die Luftqualität in Innenräumen kann durch Chemikalien aus Baumaterialien, Möbeln, Haushaltsprodukten und Tabakrauch verschmutzt sein. Diese Luftschadstoffe können mit einem erhöhten Risiko für Atemwegskrebs und andere Gesundheitsprobleme in Verbindung gebracht werden.

Studie: Mehrere Studien haben die Beziehung zwischen Innenraumluftverschmutzung und Atemwegskrebs untersucht. Es ist wichtig, für eine gute Belüftung und den Einsatz von Luftreinigern zu sorgen, um die Exposition zu minimieren.

57. Infrarot- und Ultraviolettstrahlung
Übermäßige Exposition gegenüber Infrarot- und Ultraviolettstrahlung kann Hautkrebs, insbesondere Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom, verursachen.

Studie: Die schädlichen Auswirkungen von UV- und IR-Strahlung auf die Haut sind gut erforscht und haben zur Entwicklung von Sonnenschutzmitteln und Hautkrebspräventionsstrategien geführt.

Aber Achtung! Auch hier gilt: die Dosis macht das Gift. Die Sonne ist ein wichtiges Naturheilmittel. Ausführlich dazu in meinem Beitrag: Böse Sonne, gute Sonne.

58. Benzopyren
Benzopyren ist eine Verbindung, die in gegrilltem oder stark gebratenem Fleisch und Fisch vorkommen kann. Es wurde mit Magenkrebs und Darmkrebs in Verbindung gebracht.

Studie: Untersuchungen zur Karzinogenität von Benzopyren konzentrieren sich häufig auf die Auswirkungen des Grillens und Bratens von Lebensmitteln.

59. Hochfrequenz- und Mikrowellenstrahlung
Die möglichen Auswirkungen von hochfrequenter Strahlung von Mobiltelefonen und anderen drahtlosen Geräten auf das Krebsrisiko sind ein Thema aktiver Forschung und Debatte.

Studie: Die Forschung zu diesem Thema ist noch nicht abgeschlossen, und die bestehenden Studien haben gemischte Ergebnisse erbracht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Zusammenhang zwischen Mobiltelefonen und Krebs als „möglicherweise karzinogen für den Menschen“ eingestuft.

60. Hormonelle Exposition bei der Geburt
Die Exposition gegenüber hohen Hormonspiegeln während der Schwangerschaft kann das Risiko für Krebsarten wie Wilms-Tumor (Nierentumor bei Kindern) erhöhen.

Studie: Untersuchungen zur Exposition gegenüber Hormonen während der Schwangerschaft und deren Einfluss auf das Krebsrisiko sind in der pädiatrischen Onkologie ein wichtiges Forschungsthema.

61. Farbstoffe und Lebensmittelzusatzstoffe
Bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe und Farbstoffe wurden mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht, obwohl die Beweise begrenzt sind und die Risiken in der Regel als gering angesehen werden.

Studie: Untersuchungen zur Karzinogenität von Lebensmittelzusatzstoffen und Farbstoffen konzentrieren sich auf die Sicherheit dieser Substanzen im Zusammenhang mit ihrer Verwendung in Lebensmitteln.

Zum Schluss:

Es gibt noch zahlreiche weitere Substanzen die karzinogen wirken. Hier habe ich die wichtigsten Karzinogene aufgeführt, die derzeit bekannt sind und diskutiert werden.

Übrigens: Wenn Sie Informationen interessieren, wie man diese Substanzen auch wieder los wird, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Eine neue Untersuchung / Studie zum Thema:

Ist Krebs im Frühstadium eine neue globale Epidemie? Aktuelle Erkenntnisse und künftige Auswirkungen

zeigt, dass sich in den letzten Jahrzehnten die Inzidenz von Krebserkrankungen im Frühstadium, die häufig als Krebserkrankungen bei Erwachsenen unter 50 Jahren definiert werden, in den Bereichen Brust, Dickdarm, Gebärmutterschleimhaut, Speiseröhre, extrahepatischer Gallengang, Gallenblase, Kopf und Hals, Niere, Leber, Knochenmark, Bauchspeicheldrüse, Prostata, Magen und Schilddrüse in mehreren Ländern zugenommen zugenommen hat.

Hier eine Übersetzung des Abstracts der Studie:

Die verstärkte Inanspruchnahme von Früherkennungsprogrammen hat in gewissem Maße zu diesem Phänomen beigetragen, wenngleich auch ein echter Anstieg der Inzidenz von Frühformen verschiedener Krebsarten zu verzeichnen ist.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Exposition gegenüber Risikofaktoren in der frühen Kindheit und im jungen Erwachsenenalter eine ätiologische Rolle spielt.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich das Exposom über mehrere Generationen hinweg erheblich verändert (u. a. durch Veränderungen der Ernährung, des Lebensstils, der Fettleibigkeit, der Umwelt und des Mikrobioms, die alle mit genomischen und/oder genetischen Anfälligkeiten interagieren könnten).

Die Auswirkungen der einzelnen Expositionen sind jedoch noch weitgehend unbekannt.

Die Untersuchung der Exposition im frühen Lebensalter und ihrer Auswirkungen auf verschiedene Krebsarten erfordert prospektive Kohortenstudien mit speziellen Biobanking- und Datenerfassungstechnologien.

Auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Angehörigen der Gesundheitsberufe wird von entscheidender Bedeutung sein.

In dieser Übersichtsarbeit beschreiben wir Veränderungen in der Inzidenz von Krebserkrankungen im Frühstadium weltweit und schlagen Maßnahmen vor, die die Belastung durch Krebs und andere Krebsarten verringern könnten.

Die wichtigsten Punkte dieser Untersuchungen sind:

  • Die Inzidenz von Krebserkrankungen verschiedener Organe, die bei Erwachsenen im Alter von weniger als 50 Jahren diagnostiziert werden, hat in vielen Teilen der Welt seit den 1990er Jahren zugenommen.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass die Exposition gegenüber Risikofaktoren im frühen Leben und im jungen Erwachsenenalter eine ätiologische Rolle spielt, auch wenn die spezifischen Auswirkungen der einzelnen Expositionen noch weitgehend unbekannt sind.
  • Das Exposom im frühen Lebensalter (zu dem neben anderen Faktoren auch Ernährung, Lebensstil, Fettleibigkeit, Umwelteinflüsse und das Mikrobiom gehören) hat sich erheblich verändert, wobei seit Mitte des 20. Jahrhunderts weltweit unterschiedliche Trends zu beobachten sind.
  • Jahrhunderts weltweit unterschiedliche Tendenzen zu beobachten sind. Die Krebsepidemie im Frühstadium könnte ein Ausdruck zunehmender Trends bei der Entwicklung vieler chronischer Krankheiten in jungen und künftigen Generationen sein.
  • Prospektive Kohortenstudien unter Verwendung elektronischer Gesundheitsakten und/oder der Entnahme von Bioproben aus dem frühen Lebensalter würden eine detaillierte Untersuchung von Faktoren aus dem frühen Lebensalter in Bezug auf viele künftige Gesundheitsergebnisse, einschließlich Krebs, ermöglichen.
  • Die Sensibilisierung für die Krebsepidemie im Frühstadium und die Verbesserung der Lebensumstände im Frühstadium sollten unsere unmittelbaren Ziele sein: Dies dürfte die Belastung durch Krebserkrankungen im Frühstadium und im Spätstadium verringern.

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Wir hören immer wieder in definierten Abständen von „Durchbrüchen“ in der Krebstherapie aufgrund vollkommen neuartiger Medikamente. Der neueste „Durchbruch“ dagegen geht in die komplett entgegengesetzte Richtung und ist auch kein neues Medikament. Neuere Erkenntnisse haben zeigen können, dass Chemotherapeutika in der Lage sind, Krebserkrankungen auszulösen und bestehende Erkrankungen therapieresistent zu machen. Aber wie schaffen sie das?

Sun et al.

Division of Human Biology, Fred Hutchinson Cancer Research Center, Seattle, Washington, USA.

„Treatment-induced damage to the tumor microenvironment promotes prostate cancer therapy resistance through WNT16B.“

Nat Med. 2012 Sep;18(9):1359-68.

In dieser Arbeit wird erklärt, warum und wie seit langem als effektiv angesehene Krebstherapien ineffektiv werden können beziehungsweise die Erkrankung noch verschlimmern. Die Basis ist hier das Wirkprinzip von Chemotherapeutika. Sie stellen eine aggressive Therapie dar, die kranke und gesunde Zellen gleichermaßen abtötet.

Hierbei produzieren die betroffenen gesunden Zellen in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Tumorzellen ein Protein, das zur Wnt-Familie gehört. Das Protein WNT16B ist in der Lage, die Wirksamkeit von Chemotherapeutika so zu mindern, dass deren Einsatz kaum noch Effekte zeitigt.

An diesem Punkt spricht der Patient nicht mehr auf die Therapie an. Aber das Protein scheint an dieser Stelle nicht Halt machen zu wollen, denn es fördert gleichzeitig das Wachstum des Tumors und begünstigt die Ausbildung von Metastasen.

Diese Beobachtung würde auch erklären, warum die Wissenschaftler keine Probleme hatten, im Laborversuch entartete Zellen zu eliminieren, im menschlichen Körper diese Elimination deutlich schwieriger ausfiel.

Denn im Labor gibt es keine gesunden Zellen, die den Krebszellen mit dem WNT16B Protein beistehen können. Ausgelöst wird die Produktion von WNT16B durch die Schädigung der DNA der gesunden Zellen durch das Chemotherapeutikum. Die benachbarten Tumorzellen nehmen dann in der Folge das Protein auf und sind dadurch zu einem schnelleren Wachstum befähigt, was mit einer Therapieresistenz einhergeht.

Während es bei der Behandlung einer Krebserkrankung zunächst gute Ergebnisse zu geben scheint und die Tumorgröße verringert werden kann, kann es in der Folge zu einem raschen Nachwachsen kommen, was auf diesen eben beschriebenen Mechanismus zurückgeführt werden kann. Und je mehr benachbarte gesunde Zellen betroffen sind, umso mehr WNT16B steht den Krebszellen zur Verfügung, was den Teufelskreis schließt.

Ausweg aus diesem Teufelskreis wäre eine gleichzeitige Gabe eines Antikörpers, der das WNT16B neutralisiert. Darüber hinaus wäre es vorstellbar, dass ein solcher Antikörper die Dosis des Chemotherapeutikums verringern könnte.

Inzwischen gibt es eine weitere Veröffentlichung (Treatment-induced secretion of WNT16B promotes tumor growth und acquired resistance to chemotherapy: Implications for potential use of inhibitors in cancer treatment) zu diesem Thema von einem anderen amerikanischen Forscherteam. Dieses Team bezieht sich im Wesentlichen auf die oben zitierte Arbeit von Sun et al. und bestätigt deren Beobachtungen.

Fazit

In der Krebstherapie gibt es weder Durchbrüche, noch umwerfende Therapieerfolge. Ich möchte nicht behaupten, dass es keine Heilungen in der Onkologie gibt. Aber die Statistiken über die lebensverlängernde Wirksamkeit der Zytostatika sehen alles andere als beeindruckend aus. Ein Grund dafür könnte der eben beschriebene Mechanismus sein. Ich hatte bereits letztes Jahr auf die oben diskutierte Studie hingewiesen unter Wenn Krebsmittel Krebs erzeugen, die heute von anderer Seite nochmals bestätigt worden ist. Ein weiterer Artikel Wenn die Pharmaindustrie als Wohltäter auftritt beleuchtet einmal die praktische Anwendung von Zytostatika und deren Effektivität.

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Beitragsbild: 123rf.com – Yuiy Klochan

Dieser Beitrag wurde am 07.02.2021 erstellt.

Mehr Beschwerden als vermutet lassen sich letztendlich auf einen erkrankten oder abgestorbenen Zahn zurückführen.

Doch immer noch wird die Zahnbehandlung nicht in die ganzheitliche medizinische Betrachtung mit einbezogen. Die Zahnärzte selbst sind meist der Auffassung, dass tote Zähne im Mund belassen werden können. In der Realität hingegen sind die unterschiedlichsten Krankheiten auf Entzündungsherde im Mundraum zurückzuführen. So auch bestimmte Krebserkrankungen.

Wurzelbehandelte oder tote Zähne sind oft chronische Entzündungsherde. Sie bringen Bakterien, Abbauprodukte und Gifte kontinuierlich in die Blutbahn. Diese wiederum können an anderen Körperstellen Entzündungen hervorrufen. Es können sich Knoten und Abszesse bilden. Die Bakterien können selbst eine Blutvergiftung auslösen. Ein Entzündungsherd führt daher langfristig immer zu einer gestörten Immunabwehr.

Besonders starke Auswirkungen haben Giftstoffe und Bakterien, ausgelöst durch einen wurzeltoten Zahn, bei schon geschwächten Körpern. Patienten mit chronischen Krankheiten oder Krebspatienten zum Beispiel sind besonders anfällig. Deshalb gilt: Jeder Krebspatient sollte unbedingt regelmäßig zahnärztlich untersucht werden. Tote Zähne müssen bei ihm umgehend entfernt werden, auch wenn der Zahnarzt versichert, der Zahn liege abgekapselt und habe keine Auswirkungen auf den Organismus.

Ein toter Zahn wird im Durchschnitt von mehr als 150 verschiedenen Bakterien besiedelt. Sie können verschiedenste Infektionen auslösen. Selbst Implantate gehören zu den kritischen potenziellen Entzündungsherden im Körper, die bei Allergikern und Krebspatienten besonders intensiv beobachtet werden sollten.

Ein chronischer Entzündungsherd wird in der Medizin zu Recht als abnormer Ort mit gestörter Nervenfunktion bezeichnet. Seit mehr als 50 Jahren ist bekannt, dass totes Gewebe den Körper beeinträchtigt. Jede Narbe gehört dazu.

Empfindliche Gewebe reagieren besonders stark: sie verändern sich. Sie entarten schneller und können damit auch Krebs auslösen. Jedes Gewebe hat immer auch Kontakt zu Blutgefäßen und Lymphe und somit zu gesamten Organismus. Der Entzündungsherd ist also prädestiniert dazu, sich auf den ganzen Körper auszudehnen. Zeit also, umzudenken, und potenzielle Entzündungsherde wie tote Zähne schnellstmöglich zu entfernen.

Beitragsbild: 123rf.com – bymandesigns

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Der moderne Lebenstil begünstigt die Krebsentstehung

Medizinische Studien weisen vermehrt auf einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Entstehen einer Krebserkrankung hin.

Eine richtige Ernährung führt zu größerem Wohlempfinden und damit auch zu mehr Widerstandskraft. Krankheiten verlaufen leichter und schneller, betreffen sie einen kräftigen, gesunden, ausreichend versorgten Körper. Auch bei einer Krebserkrankung ist der Bedarf an Energieträgern und Nährstoffen deutlich erhöht. Ein gesund ernährter Körper bringt also die besseren Voraussetzungen zum Umgang mit der Krankheit mit.

Ernährungsrichtlinien weichen in diesem Fall gar nicht weit von den üblichen ab. An erster Stelle sollte man für eine möglichst ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sorgen. Beides kann als Salat, Beilage, roh am Stück oder auch als Saft verzehrt werden. Wichtig ist nicht die Form, sondern die Tatsache, die Lebensmittel möglichst unbehandelt zu sich zu nehmen. Je nach Verträglichkeit kann Gemüse aber auch gedünstet werden.

Weiterhin ist es wichtig, besonders nährstoffhaltige Lebensmittel zu verzehren. Brot und Getreide sollten möglichst aus Vollkorn bestehen: Naturreis, Müsli mit Vollkornflocken und Knäckebrot sind empfehlenswert. Heute ernähren wir uns viel zu ballaststoffarm. In Kombination mit einer fetthaltigen Ernährung werden so Übergewicht und Krebsarten wie Dickdarmkrebs begünstigt.

Fleisch und Wurst lassen sich durch gut verträgliche Milchprodukte, Joghurt und Frischkäse ersetzen. Sie sind gut für den Darm und haben eine entblähende Wirkung.Fette sollten sparsam eingesetzt werden. Sie können Dickdarmkrebs fördern.

Wie immer gilt: Trinken Sie reichlich. Je mehr, desto besser. Körperprozesse werden durch Flüssigaufnahme beschleunigt, Schadstoffe und Rückstände schneller abgeführt. Geeignet sind Wässer, Tees und ungesüßte Säfte.

Eine gesunde Ernährung beugt nicht nur Krebs, sondern auch weiteren Zivilisationserkrankungen wie Übergewicht, Mangelernährung, alkoholbedingten Krankheiten und Herzkreislauferkrankungen vor. Diese wiederum können wie oben beschrieben einzelne Krebskrankheiten begünstigen.

Es ist nicht neu: Krebs ist in den meisten Fällen eine Zivilisationskrankheit, an der unser Lebensstil großen Anteil hat. Sie steht deshalb immer auch im Zusammenhang mit anderen Zivilisationskrankheiten.

Mehr dazu unter: Ernährung bei Krebs

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Bei der Suche nach dem Auslöser für eine Krebserkrankung gab es anfänglich die unterschiedlichsten Thesen.

So war vor 100 Jahren noch völlig offen, ob es sich um parasitäre Krebserreger oder um eine, beispielsweise durch Mutation hervorgerufene, Fehlfunktion der körpereigenen Zellen handelt.

Doch schnell gelangten die meisten Wissenschaftler zu der Erkenntnis, dass aus dem Gleichgewicht geratene Körperzellen einzig und allein als Krebsursache in Frage kommen. Das führte schließlich dazu, dass die Forschungen nur noch in diese Richtung weitergetrieben wurden. Die Frage, ob „unbelebte“ oder „belebte“ Noxen den Krebs auslösen, schien damit geklärt.

Der Erdinger Mediziner Alfons Weber legte seinen Kollegen 1967 allerdings Untersuchungsergebnisse vor, die in eine völlig andere Richtung wiesen. Denn er wollte in Blutproben eine Vielzahl mikroskopisch kleiner Lebewesen entdeckt haben. Diese fand er, wenn er 37 °C warmes, noch frisches Blut mit Sauerstoff anreicherte und dann untersuchte.

Aber nicht nur im Blut wollte Weber die Einzeller mit seinen Präparier- und Mikroskopiertechniken gesehen haben. Er konnte sie mit diesen Methoden ebenso in Lymphe, Tumorgewebe und in jeder einzelnen Tumorzelle von Krebspatienten nachweisen. Der Arzt und Zellforscher nannte diese parasitären Einzeller CA-Protozoen und hielt sie für die Auslöser der Krebserkrankung.

Weber beschrieb die auffällige Ähnlichkeit der von ihm gefundenen Einzeller zu den Malariaerregern. Er erwartete, dass die CA-Protozoen über die Blutbahn in den Körper gelangen, um sich von dort auszubreiten. Sobald sie bis zu den teilungsfähigen, undifferenzierten Stammzellen vorgedrungen sind, werden sie, nach der Theorie Webers, von diesen aufgenommen, also phagozytiert.

Je nach Menge der aufgenommenen CA-Protozoen überlebt die Stammzelle und beginnt gleichzeitig zu wuchern oder sie stirbt ab. Da die Malariaerreger, Plasmodien genannt, wirkungsvoll mit Chinin behandelt werden können, nahm er an, dass auch die Krebserreger mit diesem aus Rinde gewonnenen Alkaloid zu bekämpfen seien. Dies testete er an Krebspatienten, unter anderem im Selbstversuch.

Während er von enormen Verbesserungen des Gesundheitszustandes aller Probanden sprach, waren seine Kollegen und Gegner davon nicht überzeugt.Ob eine Überdosierung von Chinin am Tod von Patienten Schuld war, ist kaum noch nachvollziehbar, in jedem Fall aber unwahrscheinlich. Denn die Chinin-Mengen, die Weber applizierte, waren dafür zu gering.

Webers Gegner leiteten ein Gerichtsverfahren gegen ihn ein, unterstellten ihm eine Überdosierung seiner Medikamente und wollten ihn in die Psychiatrie einweisen lassen.

Obwohl dies nicht gelang, so verlor der Zellforscher doch seine Zulassung als Arzt und wurde von allen Seiten kritisiert, ja sogar angefeindet. Ein Gutachten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) erklärte die von Weber beobachteten CA-Protozoen für Zelltrümmer und zelleigene Substanzen, während der Arzt selber als verrückt abgestempelt wurde.

Ein erneutes Nachfragen beim DKFZ im Januar 2009 bezüglich der Theorie von Dr. Alfons Weber wurde wie folgt beantwortet:

„Obwohl wir im Deutschen Krebsforschungszentrum ein recht breites Forschungsspektrum abdecken, beschäftigt sich doch keine Abteilung bei uns im Hause mit den Theorien einer A. Weber (…) ist kein zentrales Forschungsthema.“

War Dr. Weber vielleicht ein Spinner oder sah er Gespenster? Ist eine Außenseiter-Theorie gleich ein Grund, jemanden mit allen Mitteln mundtot zu machen?

Dabei hatte Dr. Weber nicht nur seine Theorie zur Krebsentstehung durch Einzeller vorgelegt.

Weiterhin erklärte er einen Zusammenhang zwischen Protozoen und Viren, wobei er Letztere für die Eiformen der tierischen Parasiten hielt. Natürlich können sich aus Viren keine Einzeller entwickeln, doch dass Viren einige Krebsformen auslösen können, ist inzwischen unbestritten. So sind Papilloma-Viren an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt.

So zeigte er auf, dass in krankem Gewebe auch viele Papilloma-Viren zu finden sind. Anmerkung: Vorsicht vor der Gebärmutterhalskrebs-Impfung)
Für diese Entdeckung erhielt Harald zur Hausen, einer der großen Widersacher von Dr. Weber, Ende 2008 den Nobelpreis. Übrigens steht diese Nobelpreisverleihung unter einem bösen Verdacht.

Bestechung im Fall der Medizinnobelpreis 2008?

Obwohl Weber seine Theorie von krebsverursachenden Viren vier Jahre vor seinem Kollegen publizierte, wurde er dennoch von den Wissenschaftlern nie rehabilitiert.

Ist das der Grund warum das DKFZ nichts von einem Dr. Weber wissen will?

Der Fall zeigt nicht nur, dass auch alternative Ärzte im Detail irren können wie Schulmediziner auch, sondern auch wie alternative Ansätze noch nicht einmal geprüft werden. Grund scheint zu sein, dass die heutige Krebsbehandlung ein lohnendes Geschäft ist.

Schließlich verdient diese Milliarden an der Chemotherapie – die zudem einen sehr fragwürdigen „Nutzen“ bietet…

Sie glauben diese Theorien gehören in „Märchenkiste“?

Sie glauben das nicht?

Dann schauen, bzw. lesen Sie bitte einmal folgenden Beitrag:
Wie wir von der Pharmaindustrie belogen werden

Wie wir von der Pharmaindustrie belogen werden

Beitragsbild: 123rf.com – Aliaksei Marozau

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